Corona bringt Millionäre nach Israel

Nach Angaben der israelischen Steuerbehörde hat die Anzahl verkaufter Luxuswohnungen an ausländische Juden besonders stark zugenommen.

von Michael Selutin |
Luxuswohnungen in Herzlia Foto: Gili Yaari /Flash90

Die Behörde veröffentlichte eine anonyme Liste an Immobilientransaktionen im Wert von über 30 Millionen Schekel (über 7 Millionen Euro) und dabei zeigte sich, dass besonders viele Ausländer solche teuren Grundstücke und Immobilien in Israel erworben haben.

Ein von der Wirtschaftszeitung Globes befragter Immobilienmakler erklärte, dass viele Juden in Europa und den USA während der Corona-Krise erkannt haben, dass Israel auch für sie ein sicherer Hafen sein kann. Trotz Reisebeschränkungen im letzten Jahr, kauften Juden vermehrt Immobilien in Israel und es wird erwartet, dass solche Käufe noch zunehmen werden, wenn Flüge ins Land wieder möglich sind.

Anders als in den früheren Jahren sind reiche Ausländer jedoch eher an Grundstücken im Heiligen Land interessiert als an Apartments in den großen Städten. Auch hier hat die Corona-Krise wahrscheinlich zu dieser neuen Einstellung beigetragen, denn „Covid-19 schuf ein unmittelbares Bedürfnis für Menschen, die es sich leisten können, in Häuser mit großen Gärten mit Zugang zur freien Natur zu ziehen, mit einer klaren Präferenz für die Nähe zum Meer,“ erklärte ein Makler.

Solch ein Exodus aus der Stadt Richtung Land gilt allerdings auch für reiche Israelis, die im letzten Jahr in ihren Luxusapartments in den Städten des Landes unter Lockdown waren. So kaufte zum Beispiel Shlomo Kramer, Mitbegründer des Software-Riesen Checkpoint, ein Grundstück im Moschaw Bnei Zion für 40 Millionen Schekel (über 10 Millionen Euro). Das Anwesen umfasst über 3 Hektar Land, ein 600 Quadratmeter großes Haus und ein 200 Quadratmeter großes Gästehaus sowie einen großen Swimmingpool, Stallungen und einen Garten.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht sind solche Direktinvestitionen natürlich eine sehr gute Sache. Sie bringen Geld ins Land, schaffen Arbeitsplätze, und wenn die reichen Juden auch wirklich hier leben werden, werden sie ihr Geld in Israel ausgeben. Der allgemeine Immobilienmarkt wird hingegen noch mehr angeheizt und es gibt in einigen Gegenden im Land sogenannte „Geisterviertel“, in denen reiche Ausländer ihre Ferienwohnungen haben, die die meiste Zeit des Jahres leer stehen. Trotzdem freut man sich in Israel über jeden Juden, der den Weg nach Hause findet, ob arm oder reich.

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