Corona-Angst: Netanjahu verweigert die Hand

Die Angst vor dem Coronavirus nahm weiter zu, nachdem ein Video gezeigt hatte, wie Bibi sich weigert, andere jüdische Anbeter zu berühren

Corona-Angst: Netanjahu verweigert die Hand
Olivier Fitoussi/Flash90

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat diese Woche die Höhle der Patriarchen (Machpela) in Hebron besucht. Die israelischen Medien interessierten sich nicht sonderlich für seine Gebete für das Wohl der Nation. Vielmehr befassten sie sich mit seiner Weigerung, jemandem die Hand zu geben.

In einem Videoclip, der die Ankunft von Netanjahu und seiner Frau Sara zeigt, konnte man sehen, wie der Premierminister höflich die ausgestreckten Hände anderer jüdischer Anbeter ablehnt. Vielleicht aus Angst, dadurch Anstoß erregt zu haben, mischte sich Sara ein und sagte: “Es ist eine Regierungsanweisung.”

Netanjahu selbst versuchte, die Situation mit ein wenig Humor zu entschärfen, indem er sich verbeugte und „Namaste“ sagte.

 

Vor knapp zwei Wochen besuchte eine Gruppe koreanischer Pilger die Höhle der Patriarchen. Kurz nach ihrer Rückkehr nach Südkorea wurde festgestellt, dass mindestens 18 Mitglieder der Gruppe mit dem Coronavirus infisziert waren, was in Israel große Sorgen auslöste.

Alle Israelis, die in direkten Kontakt mit den Koreanern kamen, wurden zur Selbstisolierung aufgefordert, andere Touristen aus Südkorea wurden zusammengetrieben und nach Hause geschickt.

Chinesische Wissenschaftler haben seitdem berichtet, dass sie glauben, dass das Coronavirus auf anorganischen Oberflächen bis zu neun Tage überleben kann, was den Besuch des Premierministers in der Höhle der Patriarchen zu diesem Zeitpunkt zu einem ziemlich riskanten Schritt gemacht hat.