Biden entfernt israelische Flagge bei Besuch in Ost-Jerusalem

Israelische Beamte beklagen indirekten Angriff auf die Souveränität über den östlichen Teil der Hauptstadt, der von Trump anerkannt wurde.

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Biden, Jerusalem
Die gepanzerte Präsidentenlimousine fährt im Osten Jerusalems ohne israelische Flagge, 14. Juli 2022. Foto: Twitter

Der Besuch von US-Präsident Joe Biden in Israel war geprägt von warmer, freundlicher Rhetorik, Lächeln und Händeschütteln und nicht wenigen Tränen. Und niemand zweifelt an der Aufrichtigkeit, die hinter all dem steht. Aber der Besuch war auch von subtilen, manchmal unausgesprochenen Botschaften und Aktionen geprägt, die besorgniserregend waren.

Schon vor Bidens Ankunft waren die Israelis beunruhigt über seinen Plan, sich mit den Palästinensern im Osten Jerusalems zu treffen, ohne eine israelische Vertretung.

Die Botschaft an Israelis und Palästinenser war klar: Jerusalem ist immer noch Verhandlungsgegenstand, ungeachtet der Anerkennung der Stadt als ungeteilte Hauptstadt Israels durch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.

Und diese Botschaft wurde einen Tag später unterstrichen, als die Medien Fotos veröffentlichten, die zeigten, dass Biden die israelische Flagge aus seiner Limousine entfernen ließ, bevor er zum Augusta Victoria Hospital auf dem Ölberg fuhr.


Einige israelische Beamte zeigten sich offen empört.

“Die heutigen Bilder von [Bidens] Limousine auf dem Weg nach Ost-Jerusalem ohne die israelische Flagge, die bisher an der Spitze der Limousine wehte, unterstreichen die Botschaft, die er zu übermitteln versucht: dass die Souveränität Jerusalems, der ewigen Hauptstadt Israels, auf dem Verhandlungstisch liegt”, beschwerte sich der ehemalige israelische Botschafter bei der UNO, Danny Danon.

Danon hatte zuvor in einem offenen Brief an Biden appelliert, den spaltenden Besuch in Ost-Jerusalem abzusagen.

Auch einige amerikanische Abgeordnete kritisierten den Präsidenten.

Senator Bill Hagerty (R-TN) betonte, dass nach offizieller US-Politik ganz Jerusalem die Hauptstadt Israels sei und Biden in dieser Angelegenheit keine widersprüchlichen Signale aussenden sollte.


Bei einem späteren Treffen mit Palästinenserchef Mahmud Abbas in Bethlehem bekräftigte Biden sein Engagement für eine Zwei-Staaten-Lösung, ging aber nicht auf die palästinensischen Forderungen ein, sich offen zu Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen palästinensischen Staates zu bekennen.

Siehe: Kampf um Jerusalem: Palästinenser sehen in Bidens Besuch eine Chance

Beamte des Weißen Hauses bestätigten jedoch später, dass Biden den Palästinensern gesagt habe, dass der endgültige Status von Jerusalem noch ausgehandelt werden müsse. Aus israelischer Sicht ist dies nicht der Fall.

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