ANALYSE: Netanjahus neue Iran Offensive inspiriert Israels Erzfeind

Netanjahus Botschaften an das iranische Volk waren so effektiv, dass andere nun dasselbe mit Israel machen.

von | | Themen: Benjamin Netanjahu

Ministerpräsident Binyamin Netanjahu hat eine Kampagne zur Öffentlichkeitsarbeit gestartet, die sich ausschließlich an das iranische Volk richtet, und seine neue Strategie ist bereits von einem Israels Feinde nachgemacht worden.

Vor ungefähr zwei Wochen veröffentlichte Natanjahu ein Video, in dem er anbot, bei der Lösung einer ernten Wasserkrise im Iran zu helfen. Als er ein Glas mit Wasser füllte, sagte Netanjahu, Israel wolle dem iranischen Volk ein beispielloses Angebot auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft machen, weil das Leben von mehr als 50 Millionen Iranern durch Misswirtschaft bedroht sei, wofür der Ministerpräsident das „grausame iranische Regime“ verantwortlich machte.

Aber die Verachtung für das iranische Regime würde den Respekt und die Freundschaft zwischen dem iranischen Volk und den Israelis nicht einschränken, fuhr Netanjahu fort. Er gab bekannt, dass die israelische Regierung eine Webseite auf Persisch eröffnet habe, auf der israelische Wasserinnovationen dem iranischen Volk vorgestellt und beigebracht würden.

Netanjahus Video wurde vor den Demonstrationen im Süden Irans gegen die missbräuchliche Handhabung der Wassersituation durch das Regime veröffentlicht. Lokale Medien berichteten, dass zahlreiche Iraner alleine in der letzten Woche durch das Trinken von kontaminiertem Wasser vergiftet worden seien.

Die Demonstrationen, die in der überwiegend arabischen Stadt Khorramschahr ihren Anfang nahmen, haben sich nun auf andere iranische Städte ausgeweitet und wurden grausam von der Basij Miliz der Iranischen Revolutionsgarden unterdrückt, die am vergangenen Wochenende das Feuer auf die Demonstranten eröffneten. Berichten zufolge wurden vier Menschen von getötet, bevor Demonstranten Waffen von Ayatollah Khameneis Sicherheitskräften ergriffen und sich wehrten.

Ein iranischer General versuchte später, den Spieß umzudrehen, indem er Israel für den fehlenden Regen im Iran verantwortlich machte. Er behauptete, der jüdische Staat habe Wolken manipuliert und Schnee von den Bergen in der afghanischen Grenzregion gestohlen (kein Witz).

“Israel und ein anderes Land in der Region haben gemeinsame Teams, die dafür sorgen, dass Wolken, die den iranischen Himmel betreten, keinen Regen freisetzen können“, sagte Brigadegeneral Gholam Reza Jalali, Leiter der iranischen Organisation für Zivilverteidigung gegenüber Reportern. Er sagte dann, Israel sei verantwortlich für das Verschwinden von Schnee von Berggipfeln über 2.200 Metern im Iran.

„Alle Bergregionen zwischen Afghanistan und dem Mittelmeer sind mit Schnee bedeckt, außer dem Iran“, wurde Reza Jalali von der Times of Israel zitiert.

Am Montagabend veröffentlichte Netanjahu ein weiteres Video, das die iranische Bevölkerung ermutigte, ihren tapferen Kampf gegen die Tyrannei fortzusetzen. Er betonte, dass während das iranische Volk unter verschiedenen Krisen zu leiden hatte, sein islamistisches Regime den Reichtum des Landes verschwendete, um den Terrorismus im gesamten Nahen Osten zu unterstützen.

Experten sagen, dass Netanjahus Kampagne einen neuen Trend im Iran ausnutzt, der zeigt, dass die durchschnittlichen Iraner nicht länger bereit sind, die anti-israelische Propaganda des Regimes hinzunehmen. Letzte Woche war dieser Trend deutlich sichtbar, als Demonstranten in einer unbekannten iranischen Stadt auf die Straße gingen und „Tod für Palästina“ und „Nicht Libanon und Gaza, sondern das iranische Volk“ riefen.

Das Spektakel zeigte, dass das iranische Volk nicht akzeptiert, dass sein Regime Milliarden von Dollars ausgibt, um seine „islamische Revolution“ in den Rest des Nahen Ostens zu exportieren.

Zusätzlich zu Netanjahus Videoclips nutzt die israelische Regierung auch Social-Media-Plattformen wie Instagram, um den iranischen Menschen Friedensnachrichten und praktische Hilfe (wie Wasserschutztipps) auf Persisch zu senden. Die Methoden der „Neuen Medien“, die von israelischen Beamten eingesetzt werden, stellen eine Art Umkehrpsychologie dar, so Iran-Experte Alireza Nader.

„Die anti-israelische Propaganda des Regimes kann Israel unter jungen Leuten populärer machen“, sagte der ehemalige Iran-Analyst von Rand Corporation dem Bloomberg-Reporter Eli Lake.

Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob Netanjahus „Iran-Offensive“ funktionieren wird, aber es hat bereits einen der iranischen Stellvertreter inspiriert, die Strategie nachzuahmen, um die israelische Meinung zu beeinflussen.

Der militärische Arm der Hamas, Izz-a-Din al Qassam, wendet sich an die israelische Öffentlichkeit, indem er hebräische Nachrichten auf seiner Website veröffentlicht. „Leah: Netanjahu kümmert sich nicht darum, Hadar zurückzubringen.“ Die Botschaft, in fließendem Hebräisch , bezieht sich auf Netanjahus Weigerung, einen weiteren Gefangenenaustausch mit der Hamas zu führen, um die sterblichen Überreste von Leah Goldins Sohn Hadar nach Hause zu bringen, dessen Leichnam seit dem letzen Gazakrieg im Sommer 2014 von der Hamas festgehalten wird.

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