ANALYSE: Corona, Israel und die Welt – Apokalypse jetzt?

Die Szenen lassen sicherlich an die Endzeit denken, weshalb sich viele der Bibel zuwenden.

ANALYSE: Corona, Israel und die Welt – Apokalypse jetzt?
Avshalom Sassoni/Flash90

Dies sind sehr schwierige, aber auch interessante Zeiten.

Wenn man jetzt durch Israel reist, kann man sehr ungewöhnliche Dinge sehen.

Im Großraum von Tel Aviv bemerkt man den Unterschied zu normalen Zeiten, wenn man auf der Ayalon – Schnellstraße fährt.

Als ich am Dienstag auf der Ayalon – Schnellstraße unterwegs war, hatte ich das Gefühl, dass es ein Feiertag war: Auf allen Fahrspuren kam man schnell durch Tel Aviv – keine Staus.

Im Zentrum von Tel Aviv – von Israelis als “Stadt, die nicht schläft” bezeichnet – wurden fast alle sonst meist überfüllten Restaurants und Geschäfte geschlossen, während der Platz vor der Heichal HaTarbut, dem Charles Bronfman Auditorium, einem der größten Theater Israels, verlassen war.

Auf dem Rothschild Boulevard laufen normalerweise Dutzende von Menschen herum oder fahren mit ihren Fahrrädern und den sogenannten „Korkinets“ (hebräisch für E-Scooter), aber jetzt ähnelt eine der belebtesten Straßen in Tel Aviv eher dem Zentrum einer verschlafenen mexikanischen Stadt während der Siesta.

Das einzige, was sich seit dem Ausbruch des Coronavirus in Tel Aviv, wo die meisten COVID-19-Fälle in Israel verzeichnet werden, nicht geändert hat, ist der Mangel an Parkplätzen.

Anderswo in Israel, am See Genezareth, kann man den Zusammenbruch der Tourismusindustrie beobachten, nachdem allen Ausländern die Einreise verboten wurde. Die Hotels sind leer und in der Nähe von Restaurants und den christlichen heiligen Stätten in der Umgebung sind die Reisebusse verschwunden.

Seit dem Beginn der sogenannten Zweiten Intifada, als Israels Tourismusindustrie auch zusammengebrochen war, gab es keine derartige Situation, und es sieht so aus, als würde es sehr lange dauern, bis die Touristen zurückkehren werden.

Die Corona-Krise wird große Auswirkungen auf die boomende israelische Wirtschaft haben, die voraussichtlich in die erste Rezession seit vielen Jahren abrutschen wird. 5.000 Menschen pro Stunde beantragen Arbeitslosengeld.

Seit Anfang dieses Monats haben sich 180.000 Israelis beim israelischen Arbeitsamt registriert, und die Regierung geht davon aus, dass die Zahl auf über 400.000 steigen wird, was bedeutet, dass die Arbeitslosenquote in Israel 30 Prozent erreichen könnte.

 

Weniger Terror

Dann gibt es Israels Sicherheitslage, die sich über Nacht aufgrund des Corona-Ausbruchs geändert hat.

Wenn Sie die Schlagzeilen der  Nachrichtenseiten durchsuchen, werden Sie kaum Nachrichten über palästinensische Terroranschläge finden, einschließlich solcher aus Gaza, die seit Beginn der sogenannten “Märsche der Rückkehr“ vor zwei Jahren unerbittlich gegen den Süden Israels gerichtet sind.

Tatsächlich liefert Israel der Hamas jetzt Corona-Testkits und -Masken gegen das Virus, während die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) zum ersten Mal eine Schließung der von ihr kontrollierten Gebiete verhängt hat.

Die PA und Israel arbeiten auch zusammen, um die Corona-Krise einzudämmen, die palästinensische Führung hat die Maßnahmen Israels im Kampf gegen die Epidemie übernommen.

 

Situation im Nahen Osten

In Syrien, das aufgrund des COVID-19-Virus vor einer neuen Katastrophe steht, sind die von den Iranern unterstützte Milizen von der Krankheit schwer betroffen, was der israelischen Armee zufolge zu einer starken Verringerung ihrer Aktivitäten führt.

Gleiches gilt auch für die Hisbollah im Libanon, die aufgrund der intensiven Kontakte zu den Iranern, die vor ihrer eigenen Corona-Katastrophe stehen, viele infizierte Mitglieder hat.

Das iranische Regime spricht von einer offiziellen Zahl von 1.046 Todesopfern, aber laut Oppositionsquellen ist die Zahl mindestens viermal höher.

Dr. Afruz Eslami, ein iranischer Arzt, der auch Journalist ist, warnt davor, dass mindestens 110.000 Iraner an dem Virus sterben werden. Weiter warnte er davor, dass diese Zahl auf 3,5 Millionen Menschen steigen könnte, wenn das Gesundheitssystem im Iran zusammenbräche.

Die eh schon angeschlagene iranische Wirtschaft wird infolge der Corona-Krise weiter zusammenbrechen. Dies ist eine gute Nachricht für Israel, das vom fanatischen Regime in der Islamischen Republik wiederholt mit der Vernichtung bedroht wurde.

Der Iran wird nicht mehr über die Mittel verfügen, um seine Bemühungen zum Aufbau eines schiitischen Halbmonds im Nahen Osten zu finanzieren und terroristische Gruppen zu unterstützen, die die Existenz Israels bedrohen.

 

Endzeiten?

Israelis und im Ausland lebende israelische Staatsbürger, die ich in der vergangenen Woche interviewt habe, sagten, sie hätten aufgrund der wachsenden Corona-Krise ein apokalyptisches Gefühl. Diese Stimmung spiegelt sich auch in den sozialen Medien wider, wo alle möglichen Endzeits-Posts und Bibelverse, die auf die Corona-Katastrophe hinweisen, die Runde machen.

Ein religiöser Israeli schickte mir einen Bibelvers aus dem Buch Jesaja in einem Kapitel, das sich mit dem Ende der Tage befasst (26:20).

In dem Vers heißt es: „So geh nun, mein Volk, in deine Kammern und schließe die Tür hinter dir zu! Verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorübergegangen ist!

Der Herr wird „ein großes Schwert benutzen, um eine fliegende Schlange zu bestrafen”, was wie “ein Krokodil im Meer” ist, schrieb der Prophet.

Ein jüdischer Blogger aus den USA wies auf einen Vers in den Sprüchen hin, der vor etwa 1000 Jahren vom großen jüdischen Weisen Raschi erklärt wurde.

Ein männlicher Mut erträgt sein Leiden ( machalaho = Krankheit), wer aber kann einen niedergeschlagenen Geist aufrichten?” (Sprüche 18:14).

 רוּחַ אִישׁ יְכַלְכֵּל מַחֲלֵהוּ וְרוּחַ נְכֵאָה מִי יִשָּׂאֶנָּה

Die aramäische Übersetzung von Jonathan Ben Uziel übersetzt das Wort machalaho in coranei (aramäisch für Corona oder Krone).

Der Blogger sagte weiter, dass laut Raschi die Heilung für diese Krankheit wie folgt sei:

 „Jemand mit einer gesunden Einstellung, der versucht, ein glückliches Leben zu führen und sich nicht von Sorgen beeinflussen lässt, keine Macht, einschließlich Krankheit (wie Corona), kann etwas anhaben.”