Akademie für Gebärdensprache in Israel gegründet

Ziel ist die vollständige Integration von Menschen mit Behinderungen

von Yossi Aloni |
Gehörlose Schauspieler, die sich der Gebärdensprache bedienen, kommunizieren hinter der Bühne vor ihrer Aufführung "Luna Park" im "Nalagaat Theater" im Hafen von Tel Aviv-Jaffo. Das Schauspielensemble des "Nalaga'at Theaters" besteht aus taubblinden Schauspielern, von denen die meisten das Usher-Syndrom haben, eine genetische Erkrankung, die sowohl Taubheit als auch Blindheit verursacht. Die Schauspieler werden jeweils mit einem "Dolmetscher" gepaart, der ihnen Anweisungen in die Handflächen unterschreibt und dem Publikum auch stimmlich übersetzt. Das weltweit einzigartige Theater, das 2007 eröffnet wurde, wurde von Adina Tal Foto: Miriam Alster/Flash90

Wie jede Sprache ist die Gebärdensprache eine lebende und sich entwickelnde Sprache. Sie hat Regeln und kann neue Interpretationen beinhalten, es gibt eine große Gemeinschaft, die sie nutzt, und es besteht Bedarf an dieser Sprache, in Israel beispielsweise auf Hebräisch, Arabisch, Jiddisch und Ladino. Die israelische Gebärdensprache teilt eine lange Geschichte mit dem Staat Israel. Sprecher der Gebärdensprache entwickelten die israelischen Gebärdensprachen parallel zum Staatsaufbau und zur Sammlung der Juden aus der Diaspora. Israelische Gebärdensprachen verbinden die Gemeinschaft der Gehörlosen in Israel, unabhängig von ihrer Nationalität oder ihrer Herkunft.

Die Gründung der Akademie für Gebärdensprache beruht auf einer Initiative des israelischen Ministers für Kultur und Sport, Hili Tropper. Er hatte die Einrichtung als Teil einer Reihe von Initiativen zur Förderung der Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen vorgeschlagen, die derzeit vom Kulturministerium unterstützt werden.

Die Akademie wird sich mit der Forschung, Dokumentation und Entwicklung israelischer Gebärdensprachen in den Bereichen Markierung, Rechtschreibung, Grammatik, Vokabular und Ausdruck der Gebärdensprache sowie mit dem Lektorat, speziellen Wörterbüchern und der Förderung des Gebrauchs der Gebärdensprache in Israel befassen.

Ähnliche Akademien wurden bereits auf der ganzen Welt gegründet, und nun ist die Notwendigkeit in Israel entstanden, diesem Beispiel zu folgen, nachdem die hörgeschädigte Gemeinschaft in Israel viele Anfragen gestellt hat. Die Gebärdensprache ist eine einzigartige Sprache und variiert je nach der im jeweiligen Land gesprochenen Sprache.

Auch die Familien von Gehörlosen oder Schwerhörigen müssen die Gebärdensprache beherrschen. Das Erlernen der Gebärdensprache bildet die Grundlage, auf der sich ein gehörloser Mensch in Würde in die israelische Gesellschaft integrieren kann.

Der Minister für Kultur und Sport, Hili Tropper:

„Der Staat Israel hat die Verantwortung, umfassende und bedeutende Schritte zu unternehmen, die Gleichberechtigung, Integration und Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen ermöglichen. Ich versuche, diese Werte in allen Bereichen des Ministeriums zu fördern und ihnen eine praktische Anwendung in der Welt der Kultur und des Sports in Israel zu geben. Die Gründung der Akademie für Gebärdensprache ist ein wichtiger Schritt, der die Förderung und Gleichstellung der hörgeschädigten Gemeinschaft in Israel ermöglichen wird“.

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