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MitgliederAbba, wie lange noch?

„Das ist das Haus von Omri.“ Die Selbstverständlichkeit in der Stimme des holländischen Volontärs verrät mir, dass ich wissen müsste, wer Omri ist. Jeder hier weiß das. Ich nicht. Ich bin neu. Und scheinbar schlecht vorbereitet.

In diesem Haus lebte die Familie, jetzt hängt dort ein schwarzes Plakat mit der Aufschrift „Papa Omri, wir erwarten dich zu Hause“. Rechts auf dem weißen Plakat steht: „Ohne die Geiseln geht Israel dem Ende zu“. Foto: privat

Omri ist das Damoklesschwert dieses Ortes. Es nimmt dem Kibbuz die Luft zum Atmen. Ein Synonym für Schmerz, Trauer, Leid. Ohnmacht. Wut und Enttäuschung. Missverständnis und Spaltung. Ausgrenzung und Einsamkeit. Ablehnung und Verzweiflung.

Omri ist Vater zweier Mädchen und Ehemann einer Mutter. Und er ist noch in Gaza. Vielleicht noch am Leben, vielleicht auch nicht. Die Hoffnung stirbt zuletzt, so klein sie auch sein mag. Grund zu berechtigter Hoffnung gab es zuletzt vor acht Monaten. Aber sie geben nicht auf. All jene, die seine Rückkehr sehnlichst erwarten. Und deshalb selbst noch nicht zurückkehren können. Denn ohne ihn ist dieser Kibbuz nicht vollständig. Omri ist der Stachel in der Wunde, der Heilung verhindert. Wer ihn berührt, erfährt den ganzen Schmerz der betroffenen Familie und Freunde in herzlosem Ausmaß.

(Anmerkung der Redaktion: Omri Miran ist am 13. Oktober nach 2 Jahren Gefangenschaft zu seiner Familie zurückgekehrt)

Siehe auch: Gefangen gehalten, geschlagen, trotzig: Omri Mirans Vater berichtet von den Qualen der Gefangenschaft in Gaza

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Patrick Callahan

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