Im ersten Buch Mose stellt der Abschied Lots von seiner Frau nicht die einzige Trennung zwischen Menschen dar. Man denke an Abraham und Hagar oder an Abrahams Trennung von Sara und Isaak, als er nach Beerscheva zieht. Da ist der Abschied von Lot und seiner Familie aus der Stadt Sodom und Gomorra. Und schließlich der Abschied Lots von seiner Frau. Es ist der vielleicht unpopulärste Abschied.
Die Bibel erwähnt den Namen von Lots Frau nicht. Sie hat keine Stimme, keine Vergangenheit, keine Zukunft. Und doch wurde sie zum Geflügelten Wort: „Und sein Weib blickte zurück und wurde zur Salzsäule.“ Eine Säule, die Sodom und Gomorra symbolisiert, ebenso die Gnade Gottes mit Lots Familie, aber auch den Ungehorsam seiner Frau. „Errette deine Seele und siehe nicht hinter dich; stehe auch nicht still in dieser ganzen Umgegend!“ (1. Mose 19,17)
Wer war diese Frau ohne Identität, die aber jedes Kind kennt? Was brachte sie dazu, sich umzuwenden? Neugier? Angst? Sehnsucht? Oder vielleicht Gefühle des Sieges? Hat sie eigentlich verstanden, dass ihre Verbannung aus der Heimat Gnade war?...
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