Die Zahlen wirken klein, sind aber bedeutsam. Der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr liegt bei 50 Prozent. Schon im Jahr zuvor hatte es fast 100 Prozent mehr brasilianische Olim (Einwanderer) gegeben. Insgesamt sind seit 1948 etwa 15.000 Juden aus Brasilien ins Gelobte Land gezogen.
Heute leben in Brasilien etwa 120.000 Juden, die meisten in São Paulo und Rio de Janeiro, es ist nach Argentinien die zweitgrößte jüdische Gemeinde Südamerikas. Fast alle Juden Brasiliens sind gut ausgebildet und wohlhabend. Ihre Situation verhält sich im Vergleich zu Juden in europäischen Ländern, die von Antisemitismus nach Israel getrieben werden, relativ gut.
Der Zuwachs der Alijah aus Brasilien hat andere Gründe. Viele stört die hohe Kriminalität im Land. Aber auch die Möglichkeiten, die Israel zu bieten hat, wirken anziehend. Dazu zählen die guten Universitäten und das Leben unter Juden mit koscherer Versorgung.
Die Einwanderung aus Brasilien wird aus israelischer Perspektive als „Qualitätseinwanderung“ wahrgenommen. Zumeist handelt es sich um junge Familien, die entweder ein Studium beginnen oder einen anspruchsvollen Arbeitsplatz ausfüllen. Die jüdische Gemeinde des südamerikanischen Landes ist traditionell sehr zionistisch eingestellt.




