Zwei Völker blicken auf dasselbe historische Resultat, aber sie werten es vollkommen gegensätzlich. Was die Juden als Rückkehr, Erlösung und Erfüllung einer jahrtausendealten Hoffnung feiern, empfinden viele Palästinenser als Verlust, Vertreibung und nationale Katastrophe. Israels Unabhängigkeit ist für sie eine „Nakba“. Darin liegt die Tragik dieses Landes. Fluch und Segen streiten bis heute um ein und dasselbe Gelobte Land. Beide Völker tragen Erinnerungen, Verletzungen und Ansprüche in sich. Beide fühlen sich historisch mit diesem Boden verbunden. Doch im Kern des Konflikts steht nicht nur Politik, sondern eine viel tiefere Frage nach Geschichte, Identität und Verheißung.
Aus biblischer Sicht war das Land Israel zu keinem Zeitpunkt ein Fleck auf der Erdoberfläche wie jeder andere. Vielmehr war es immer Land der Verheißung, Land des Bundes zwischen Gott und dem Volk Israel. Schon in der Bibel wird deutlich, dass dieses Land nicht einfach durch Macht oder Besitz definiert wird, sondern durch Berufung und göttliche Zusage. „Mein ist das Land“, sagt Gott im 3. Buch Mose. Der Mensch bleibt...
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