Gerade in Zeiten einer sich rasant verändernden Sicherheitslage lohnt es sich, auch Analysen aus Beirut, Kairo oder den Golfstaaten zu lesen. Nicht weil ihre Schlussfolgerungen zwangsläufig zutreffen, sondern weil sie Einblick in das strategische Denken der Gegenseite geben und damit helfen, politische und militärische Entscheidungen in der Region besser einzuordnen. Eine ausführliche Analyse des libanesischen Nachrichtenportals Elnashra.com (arabisch) zeichnet ein dramatisches Bild der aktuellen Lage. Aus libanesischer Sicht befindet sich der Nahe Osten bereits mitten in einem historischen Umbruch. Die Autoren warnen, dass ein israelischer Angriff auf iranische Atom- und Ölanlagen einen weltweiten Konflikt auslösen könnte. Hintergrund seien die Blockade strategischer Schifffahrtsrouten, die schwindende Abschreckungswirkung Israels und die zunehmende Eskalation zwischen Teheran, Jerusalem und Washington. Die israelische Drohung, Nuklear- und Energieanlagen auf iranischem Territorium anzugreifen, werde in Washington inzwischen als „letzte rote Linie“ betrachtet – ein Schritt, der nach Einschätzung der arabischen Autoren einen Dritten Weltkrieg mit Ausgangspunkt im Nahen Osten entfachen könnte. Die Analyse beschreibt die Region als ein „schwarzes Loch“, in das der gesamte Nahe Osten hineingezogen werde. Nach Auffassung der Autoren handelt es sich längst nicht mehr...
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