(JNS) Das spanische Innenministerium veröffentlichte letzte Woche einen Bericht, wonach die Zahl antisemitischer Hassverbrechen im Jahr 2025 gegenüber 2024 um 86 % gestiegen ist, wobei auch die Zahl der Angriffe auf Muslime und andere Minderheiten zugenommen hat.
Der „Bericht über die Entwicklung von Hassverbrechen und Vorfällen 2025“ des Ministeriums zählte im vergangenen Jahr 69 Hassverbrechen gegen Juden, verglichen mit 37 bzw. 23 im Jahr 2024 und 2023. Der Bericht verzeichnete 35 Angriffe auf Muslime im Jahr 2025, verglichen mit 15 im Jahr 2024.
Die Tageszeitung El País zitierte Innenminister Fernando Grande-Marlaska, einen Politiker der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei, mit den Worten: „Das ist institutionalisierte Fremdenfeindlichkeit, die von Beamten geschützt und gefördert wird. Im vergangenen Jahr war die Einwanderung von Minderjährigen die Ausrede. In diesem Jahr war es die Einbürgerung.“
Die Daten im Bericht des Ministeriums, der sich ausschließlich auf Polizeiaufzeichnungen stützt, liegen deutlich unter denen, die vom Observatorio de Antisemitismo en España veröffentlicht wurden, einer vom Verband der jüdischen Gemeinden Spaniens (FCJE) eingerichteten Beobachtungsstelle für Antisemitismus.
Das Observatorio hat seinen Bericht für 2025 noch nicht veröffentlicht, doch ein Bericht der Universität Tel Aviv vom April gab an, dass 207 Fälle dokumentiert worden seien. Die Zahlen des Observatorio für 2024 und 2023 lagen bei 60 bzw. 34.
Die Berichte des Observatorio enthalten Zeugenaussagen und unabhängig dokumentierte Fälle, entsprechend der Praxis von Partnerorganisationen weltweit, darunter der Community Security Trust (CST) in Großbritannien und die Anti-Defamation League (ADL) in den Vereinigten Staaten.
Nach der Methodik des Ministeriums machten antisemitische Vorfälle 7 % der 934 Fälle aus, die 2025 als „fremdenfeindlich“ eingestuft wurden. Die geschätzten 40.000 Juden in Spanien machen etwa 0,1 % der Bevölkerung des Landes aus.
Spanien ist eines von drei EU-Mitgliedstaaten, die sich in Südafrikas Klage gegen Israel aus dem Jahr 2023 wegen des angeblichen Völkermords im Gazastreifen eingeschaltet haben, was weithin als Befürwortung der Klage verstanden wird. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bezeichnete Israel im vergangenen Jahr als „Völkermordstaat“. Jerusalem hat Madrid vorgeworfen, mit seiner antiisraelischen Politik antisemitischen Hass zu schüren.




