Der Libanon steckt in der Zange. Auf der einen Seite stehen israelische Luftangriffe, die sich in den vergangenen Tagen deutlich ausgeweitet haben. Auf der anderen Seite steht eine Hisbollah, die die eigene Regierung offen unter Druck setzt – und dabei ganz auf Linie mit Teheran fährt. Das Ziel ist klar: Die von den USA vermittelten Gespräche zwischen Beirut und Jerusalem sollen torpediert werden, bevor sie zu einer politischen Lösung führen können.
Kassim gegen Beirut
Hisbollah-Generalsekretär Naim Kassim hat die libanesische Regierung unter Ministerpräsident Nawaf Salam in einer im Fernsehen übertragenen Rede aufgefordert, die Verhandlungen mit Israel sofort abzusagen. In seiner Ansprache zum „Tag des Widerstands und der Befreiung“ am 25. Mai bezeichnete er die Gespräche als „Unterwerfung und Kapitulation“ – und forderte den Sturz der Regierung, weil sie den Libanon im Krieg angeblich „nicht schütze“.
Laut i24NEWS soll der iranische Außenminister Abbas Araghchi Kassim eine Botschaft übermittelt haben, in der Teheran seine Unterstützung für die Hisbollah bekräftigte. Das unterstreicht die enge politische Verbindung zwischen der libanesischen Miliz und der Islamischen Republik.
Dabei hat die libanesische Regierung bereits Anfang März 2026 alle militärischen Aktivitäten der Hisbollah offiziell für illegal erklärt. Ministerpräsident Nawaf Salam betont seitdem, die Entscheidung über Krieg und Frieden liege ausschließlich beim Staat – nicht bei einer bewaffneten Miliz.
Drohnen als Druckmittel
Parallel dazu startete die Hisbollah in dieser Woche massive Drohnenangriffe auf den Norden Israels – in mehreren Wellen, bei Tag und Nacht, mit schwer abzufangenden FPV-Sprengstoffdrohnen. In einer fünfstündigen Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts kam es daraufhin zum offenen Streit. Finanzminister Bezalel Smotrich forderte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf, für jede Drohne zehn Gebäude im Beiruter Süden, in der Dahiye, zu zerstören. Als Netanjahu fragte, ob dies auch für Drohnen aus anderen Gebieten gelten solle, antwortete Smotrich: „Unbedingt ja.“
Netanjahu lehnte diesen Ansatz ab. Washington hat Israel nach Medienberichten deutlich gemacht, dass ein Angriff auf Beirut während der laufenden amerikanisch-iranischen Verhandlungen unerwünscht wäre. Damit wird der militärische Konflikt im Norden Israels zunehmend Teil eines größeren diplomatischen Spiels.
Israeli Finance Minister Smotrich on Lebanon:
The most effective way to stop Hezbollah is simply to announce that for every drone, 10 buildings in Beirut will be destroyed.
If there were seven drones, then 70 buildings. If there were 15, then 150.
And if the buildings in… pic.twitter.com/aov8WYcni9
— Clash Report (@clashreport) May 26, 2026
Teherans Kalkül
Teherans Kalkül ist durchsichtig: Solange die Hisbollah weiterkämpft, behält der Iran einen wertvollen Verhandlungschip gegenüber Washington in der Hand. In diplomatischen Berichten wird der Libanon-Konflikt zunehmend als Bestandteil eines größeren amerikanisch-iranischen Verhandlungspakets beschrieben. Sollte ein Ende der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah tatsächlich Teil einer solchen Vereinbarung werden, würde das bedeuten: Nicht Beirut entscheidet über das Schicksal des Libanons, sondern Teheran.
Der Iran macht ein Ende der israelischen Angriffe auf den Libanon ausdrücklich zur Vorbedingung für jedes Abkommen mit den USA. Damit wird der Libanon erneut zum Schauplatz fremder Interessen – und die Hisbollah zum Instrument iranischer Verhandlungspolitik.
Regierung unter Druck
Die libanesische Regierung will nicht Kriegspartei sein. Doch sie verfügt kaum über Mittel, sich gegen die Hisbollah durchzusetzen. Der libanesische Präsident pocht auf einen israelischen Rückzug aus dem Süden als Vorbedingung für weitere Gespräche, während Israel seine Angriffe auf Hisbollah-Ziele im Libanon fortsetzt. So entsteht ein gefährliches Paradox: Der libanesische Staat soll verhandeln, doch die Hisbollah entscheidet über Eskalation. Beirut spricht von Souveränität, doch Teheran hält den Hebel in der Hand.
Der Libanon zahlt den Preis – für eine Politik, die nicht in Beirut gemacht wird, sondern in Teheran.





Dass die Hezbollah ihre Waffen abgibt und den Libanon nicht länger destabilisiert und in vermeidbare Kriege hineinzieht, steht fest. Denn es ist nicht so, wie die Hezbollah selbst behauptet, dass sie den Libanon verteidigen würde und das auch müsste, sondern sie provoziert erst die Konflikte, in deren Forgang sie sich dann als vermeintlich schlagkräftiger Beschützer feiern lässt. Das ist eine klassische Masche des Widersachers der Menschen: Er schafft eine Notlage für die Menschen und bietet sich dann als einzige Rettung aus dieser Gefahr an. So bekommt er viele von uns Menschen, die diese Masche nicht kennen, in seine Hand und alle Welt vertraut dann dem vermeintlichen Retter und man ist ihm dankbar. So machen es alle von ihm inspirierten Menschen und auch die Hezbollah macht es so.