Nach seinem spektakulären Knockout-Sieg über einen türkischen Gegner wurde der israelische Muay-Thai-Kämpfer Ahavat Hashem (auf deutsch: Liebe Gottes) Gordon bei seiner Rückkehr nach Israel von jubelnden Unterstützern am Flughafen empfangen – ein Moment voller Emotion, Stolz und Symbolik.
Der internationale Kampf fand im Rahmen der Veranstaltung UTMA 127 im litauischen Kaunas statt. Dort traf der 19-jährige Israeli auf den türkischen Kämpfer Ali Koyuncu. Bereits im Vorfeld hatte der Kampf Aufmerksamkeit erregt, nachdem der türkische Gegner durch antisemitische Äußerungen in sozialen Medien für Empörung gesorgt hatte. Der sportliche Wettkampf bekam dadurch eine politische und emotionale Dimension, die weit über den Ring hinausging.
Bei seiner Landung in Israel wurde Gordon am Flughafen Ben Gurion von zahlreichen Fans begrüßt. Viele schwenkten israelische Flaggen und riefen seinen Namen. Die Bilder zeigten eine Atmosphäre, die eher an die Rückkehr eines Nationalhelden erinnerte als an die eines jungen Sportlers nach einem Auslandswettkampf.
Sieg im Ring und klare Worte danach
Der Kampf selbst endete mit einem klaren Knockout-Sieg für Gordon. Nach zwei intensiven Runden dominierte er seinen Gegner, der schließlich nicht mehr weiterkämpfen wollte. Mit diesem Erfolg bleibt der Israeli in seiner Profilaufbahn ungeschlagen.
Unmittelbar nach seiner Rückkehr sagte Gordon: „Dies ist der Moment, auf den ich mein ganzes Leben gewartet habe. Alles kommt von Hashem (Gott).“ Mit Blick auf seinen Gegner fügte er hinzu: „Besonders wenn der Kampf gegen einen türkischen Gegner war, der antisemitisch ist. Hätte ich die ganze Zeit über an alles gedacht, was passiert ist, hätte mich das aus dem Gleichgewicht gebracht.“
Besonders bewegten ihn nach eigenen Angaben Nachrichten von Soldaten: „Ich habe Nachrichten von Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte erhalten. Soldaten, die den Kampf in Gaza gesehen haben – das hat mich fast zu Tränen gerührt.“
Im Ring trug Gordon sichtbare jüdische Symbole, darunter eine Kippa, Tzitzit und die israelische Flagge. Dazu erklärte er: „Es ist verrückt und es ist ein Privileg. Ich habe meine Stärke genutzt und gezeigt, dass ein jüdischer Israeli mit Kippa und Tzitzit nicht versteckt, wer er ist.“
Mehr als ein sportlicher Erfolg
Der Empfang am Flughafen zeigte, dass der Sieg für viele Israelis mehr bedeutete als nur einen sportlichen Triumph. In einer Zeit nationaler Spannungen wurde der Kampf als Zeichen von Selbstbewusstsein und Standhaftigkeit wahrgenommen.
Berichten zufolge war die Stimmung bereits vor dem Duell angespannt. Bei offiziellen Terminen vor dem Kampf kam es zu hitzigen Momenten zwischen den beiden Sportlern. Die politische Aufladung des Duells verlieh dem sportlichen Ereignis zusätzliche Brisanz.
Gordon selbst versuchte, die Konzentration auf den sportlichen Aspekt zu legen. „Wir tun das, was wir tun müssen, und wir tun das Richtige“, sagte er. Seine Worte spiegelten nicht nur persönliche Entschlossenheit wider, sondern auch ein Bewusstsein dafür, dass er für viele Menschen mehr repräsentierte als nur sich selbst.
Mit elf Siegen ohne Niederlage gilt der junge Kämpfer als eines der vielversprechendsten Talente im israelischen Muay-Thai. Doch der Abend in Kaunas und der Empfang in Israel haben seinen Namen über die Sportszene hinaus bekannt gemacht.
Der Moment am Flughafen – Fahnen, Gesänge und sichtbare Emotion – zeigte, wie stark Sport in bestimmten Situationen mit nationaler Identität verwoben sein kann. Für Gordon war es, wie er selbst sagte, „der Moment, auf den ich mein ganzes Leben gewartet habe.“





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