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Plakate in Teheran warnen die israelische Küstenstadt Nahariya

Iranische Drohplakate richten sich gegen Israels Norden – die Spannungen an der Grenze bleiben hoch.

Plakate in Teheran mit einer Drohbotschaft gegen die israelische Stadt Nahariya. Auf Arabisch ist zu lesen: „Für den nächsten Krieg: Nahariya, bereite dich vor!“ Dezember 2025. Quelle: IDF.

Mitten im Herzen Teherans sind in den vergangenen Tagen großformatige Plakatwände aufgetaucht, deren Botschaft keinen Interpretationsspielraum lässt. „Für den nächsten Krieg: Nahariya, sei bereit“, heißt es darauf – ein direkter Aufruf an die libanesische Hisbollah, im nächsten militärischen Konflikt die nordisraelische Küstenstadt ins Visier zu nehmen. Die Plakate, die an zentralen Orten der iranischen Hauptstadt angebracht wurden, sind mehr als bloße Provokation. Aus israelischer Sicht sind sie ein weiteres öffentliches Signal der aggressiven Strategie des iranischen Regimes gegen den jüdischen Staat .

Der internationale Sprecher der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, Nadav Shoshani, sprach von einem erneuten Aufruf zur Zerstörung Israels durch den Iran und seine Stellvertreterorganisationen. Es sei bezeichnend, dass diese Drohung explizit auf die Nordgrenze ziele – eine Region, die seit Monaten unter hoher militärischer Spannung steht. Der Iran, so Shoshani, belasse es nicht bei Worten, sondern finanziere, bewaffne und lenke die Hisbollah seit Jahren und schaffe damit die Voraussetzungen, solche Drohungen auch in die Tat umzusetzen.

Die Plakatkampagne fällt in eine Phase, in der die ohnehin fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah immer wieder verletzt wird. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe Ende November 2024 registrierte die israelische Armee mehr als 1.900 Verstöße durch die Hisbollah. Diese reichten von Aufklärungsaktivitäten über Waffenverlagerungen bis hin zum Wiederaufbau terroristischer Infrastruktur im Süden des Libanon.

Israel reagierte darauf mit gezielten militärischen Schlägen. Seit Anfang Oktober wurden rund 40 Terroristen im Südlibanon getötet, insgesamt etwa 380 seit Beginn der Waffenruhe. Nach Angaben der Armee waren die Getöteten an Waffenschmuggel, an der Reaktivierung von Abschussrampen sowie an der Koordination zwischen lokalen Zellen und dem Hisbollah-Hauptquartier beteiligt.

Der Hintergrund der aktuellen Spannungen reicht weiter zurück. Die Waffenruhe vom November 2024 war das Ergebnis einer intensiven zweimonatigen israelischen Militäroperation, die die Führungsstrukturen der Hisbollah erheblich schwächte. Das Abkommen wurde von Israel und dem Libanon unter Mitwirkung mehrerer Vermittlerstaaten, darunter der USA, getragen. Dennoch blieb von Anfang an fraglich, ob die Hisbollah – und hinter ihr der Iran – tatsächlich an einer dauerhaften Deeskalation interessiert ist.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun (r.) und Ministerpräsident Nawaf Salam (l.) beraten während einer Kabinettssitzung im Präsidentenpalast von Baabda bei Beirut, 6. Oktober 2025. Die libanesische Führung steht unter wachsendem innen- und außenpolitischem Druck, den Einfluss der Hisbollah einzudämmen. Foto: EPA/WAEL HAMZEH.

Auch in Beirut wächst der politische Druck. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam erklärte Anfang Dezember in einem Interview mit dem katarischen Sender Al Araby, seine Regierung strebe an, die Hisbollah bis Ende des Jahres zu entwaffnen. Ob dieses Ziel realistisch ist, bezweifeln selbst libanesische Beobachter. Zu tief ist der Einfluss der Miliz im politischen und militärischen Gefüge des Landes – und zu eng ihre Bindung an Teheran.

Vor diesem Hintergrund werden die Plakate in Teheran in Israel nicht als isolierter Propagandaakt verstanden, sondern als Teil einer gezielten psychologischen Kriegsführung. Sie sollen einschüchtern, provozieren und zugleich ein Signal an die eigene Achse senden: Der Kampf gegen Israel bleibt zentrale Staatsdoktrin. Für die Menschen im Norden Israels, insbesondere in Städten wie Nahariya, ist dies eine erneute Erinnerung daran, wie fragil die Ruhe entlang der Grenze bleibt – und wie nah Worte und Waffen in dieser Region oft beieinanderliegen.

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Patrick Callahan

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