Wenige Tage vor Beginn des Chanukka-Festes ist an der Klagemauer in Jerusalems Altstadt die große bronzene Chanukkia installiert worden. Das traditionelle neunzackige Leuchter-Ensemble, rund zwei Meter hoch und ebenso breit, wurde am Sonntag von der Western Wall Heritage Foundation aufgestellt. Es ist jedes Jahr ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich Israel auf ein Fest vorbereitet, das wie kaum ein anderes das Durchhalten, den Mut und die spirituelle Erneuerung des jüdischen Volkes symbolisiert.
In diesem Jahr beginnt Chanukka am Abend des 14. Dezember und endet am 22. Dezember. Doch 2025 steht das Fest im Schatten der zurückliegenden Monate – und zugleich im Zeichen einer außergewöhnlichen Heimkehr. Unter dem biblischen Motto „Und die Erlösten des HERRN werden zurückkehren und mit Jubel nach Zion kommen“ (Jesaja 51,11) wird an der Klagemauer in besonderer Weise jener Moment gewürdigt, als am 13. Oktober die letzten 20 lebenden Geiseln aus dem Gazastreifen zurückgeführt wurden. Ihr Schicksal, die schwer gezeichneten Rückkehrer und die lange Zeit der Ungewissheit haben Israel tief bewegt – und sie werden an diesen acht Tagen im Herzen der Nation präsent sein.
Jeden Abend wird an der Kotel eine feierliche Lichtzeremonie stattfinden, begleitet von Überlebenden der Hamas-Gefangenschaft, verletzten Soldaten, Rabbinern, trauernden Familien und öffentlichen Persönlichkeiten. Die Anwesenheit dieser Menschen verleiht dem Fest einen Ton, der gleichermaßen schmerzlich wie hoffnungsvoll ist – ein Moment kollektiver Erinnerung und zugleich Ausdruck unbeirrbarer Lebensfreude.
Die Zeremonien beginnen an den Wochentagen jeweils um 16:30 Uhr. Am Freitag, dem 19. Dezember, wird die Chanukkia aufgrund des Schabbats bereits um 15:30 Uhr entzündet, am Samstagabend um 20:00 Uhr. Für all jene, die nicht vor Ort sein können, wird das tägliche Entzünden der Lichter live über die Website der Western Wall Heritage Foundation übertragen – ein digitales Fenster zu einem Ereignis, das weltweit Millionen von Juden miteinander verbindet.
Chanukka erinnert an den Aufstand der makkabäischen Freiheitskämpfer gegen die hellenistisch-syrische Herrschaft vor rund 2.200 Jahren. Ihr militärischer Sieg, die Rückeroberung Jerusalems und die Wiedereinweihung des Tempels sind bis heute zentrale Bestandteile jüdischer Identität. Doch vielleicht gewinnt das Lichterfest gerade in diesem Jahr eine noch tiefere Bedeutung: Es erinnert daran, dass selbst in Zeiten größter Dunkelheit ein Funken Hoffnung genügt, um das Licht erneut zu entfachen.
Für viele Israelis wird die erleuchtete Chanukkia an der Klagemauer somit mehr sein als ein Ritual. Sie ist ein Symbol dafür, dass das jüdische Volk immer wieder Wege findet, sich aus der Finsternis zu erheben – gemeinsam, verletzlich, aber ungebrochen.





ich wünsche Israel eine Zeit der Freude, Frieden, und Liebe.
gesegnete Chanukkia zeit