Jerusalem ist bereit für eines seiner schönsten Feste: Heute Abend bei Sonnenuntergang beginnt Sukkot, das siebentägige Laubhüttenfest, das bis zum 13. Oktober dauert. Seit Tagen herrscht in der Hauptstadt eine besondere Stimmung – Märkte, Straßen und Plätze sind geschmückt, und in fast jedem Hof und auf vielen Balkonen stehen bereits die Sukkot, die provisorischen Laubhütten.
„Es passiert hier etwas ganz Besonderes“, sagte Jerusalems Bürgermeister Moshe Lion im Gespräch mit Israel National News. „Von Beginn des Monats Elul bis nach Sukkot ist Jerusalem in Feierlaune.“ Er rief die Menschen auf, in die Hauptstadt zu kommen und „die Liebe für Israels Hauptstadt zu spüren“. Die Atmosphäre sei „unglaublich, freudig und erhebend“. Wer zum Fest nach Jerusalem kommt, sollte am besten öffentliche Verkehrsmittel nutzen, empfahl Lion: „Es gibt keinen Grund, mit dem Auto ins Zentrum zu fahren – der öffentliche Verkehr ist effizient und bequem.“
Bereits in den vergangenen Wochen pilgerten Hunderttausende Israelis zu den nächtlichen Bußgebeten (Selichot) in die Hauptstadt. Jetzt, mit Beginn von Sukkot, verwandelt sich Jerusalem in ein einziges Fest: Musik, Tanz, Feiern in den Vierteln – und überall das Gefühl von Gemeinschaft und Glauben.
Sukkot erinnert an die 40 Jahre der Wüstenwanderung nach dem Auszug aus Ägypten, als das Volk Israel in einfachen Hütten lebte. Familien bauen noch heute ihre eigenen Sukkot und essen darin, um sich an die Vergänglichkeit des Lebens und an Gottes Fürsorge zu erinnern. Ein weiterer zentraler Brauch ist das Schwingen der „vier Arten“ – Etrog (eine alte, biblische Zitrusfrucht, nicht zu verwechseln mit der Zitrone), Lulav (Palmzweig), Hadas (Myrte) und Arava (Weide) – gemäß dem Gebot aus dem 3. Buch Mose. Diese symbolisieren Dankbarkeit, Einheit und den Segen der Natur.
Neben den vielen israelischen Familien, die in diesen Tagen nach Jerusalem strömen, werden auch zahlreiche Gäste aus dem Ausland erwartet – unter ihnen christliche Pilger, die traditionell während des Laubhüttenfestes ihre Solidarität mit Israel zeigen. Der Jerusalem Marsch, bei dem Juden und Christen gemeinsam durch die Stadt ziehen, gilt als einer der Höhepunkte der Festwoche.
Für viele Israelis ist Sukkot nicht nur ein fröhliches Erntefest, sondern auch ein Ausdruck von Hoffnung und Zusammenhalt – besonders zwei Jahre nach dem verheerenden Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023. Viele Familien gedenken in diesen Tagen der Opfer, während sie zugleich die Freude und das Leben feiern.




