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Rubio: Kein Frieden ohne Freilassung der Geiseln und Ende der Hamas-Bedrohung

US-Außenminister Marco Rubio bekräftigt in Israel die Partnerschaft mit Jerusalem – und macht klar, dass ein Frieden ohne Entmachtung der Hamas unmöglich ist.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Außenminister Marco Rubio geben nach ihrem Treffen im Büro des Ministerpräsidenten in Jerusalem am 15. September 2025 eine Pressekonferenz. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

Der Besuch von US-Außenminister Marco Rubio in Jerusalem stand ganz im Zeichen der Solidarität mit Israel und der klaren Bedingungen für ein mögliches Kriegsende. Gemeinsam mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte Rubio, der Krieg im Gazastreifen müsse zwar so bald wie möglich beendet werden, aber nur dann, wenn alle Geiseln freigelassen sind und die Terrororganisation Hamas keine Bedrohung mehr darstellt.

Rubio betonte, dass ein idealer Ausgang darin bestünde, Hamas zur Aufgabe ihres Terrorcharakters zu bewegen: Waffen niederlegen, Geiseln freigeben, Gewalt beenden. Gleichzeitig äußerte er Zweifel, dass „barbarische Terroristen“ zu solch einem Schritt bereit seien. Israel müsse daher militärisch handlungsfähig bleiben, während diplomatische Bemühungen fortgeführt werden.

Zu seinen politischen Gesprächen in Jerusalem zählten Treffen mit Ministerpräsident Netanjahu und Präsident Isaac Herzog. Mit beiden sprach er über die Sicherheitslage, den militärischen Kampf gegen Hamas und die Bemühungen, alle Geiseln heimzuholen. Dem israelischen Präsidenten übermittelte er zudem das Beileid der US-Regierung für die Opfer des jüngsten Terroranschlags in Jerusalem.

Israels Staatspräsident Isaac Herzog trifft sich am 15. September 2025 mit US-Außenminister Marco Rubio in der Residenz des Präsidenten in Jerusalem. Foto: Yonatan Sindel/Flash90.

Netanjahu unterstrich, dass Hamas nicht nur israelische Zivilisten in Geiselhaft halte, sondern auch die Bevölkerung Gazas als menschliche Schutzschilde missbrauche. Er verwies zudem auf jüngste Operationen gegen Hamas-Führer im Ausland, die Israel als Signal versteht: Drahtzieher des Terrors sollen sich nirgendwo sicher fühlen können.

Der Besuch Rubios wurde begleitet von Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der Hamas davor warnte, Geiseln als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Sollte dies geschehen, wäre das, so Trump, „eine menschliche Tragödie von historischem Ausmaß“. Er forderte die sofortige Freilassung aller Geiseln und stellte klar, dass andernfalls „alle Wetten hinfällig“ seien.

Während Rubios Gespräche in Jerusalem intensivierten sich die israelischen Angriffe im nördlichen Gazastreifen. Tausende Bewohner flohen vor den Bombardierungen, zahlreiche Wohnhäuser wurden zerstört. Hilfsorganisationen sprechen von einer katastrophalen humanitären Situation in den überfüllten Schutzgebieten. Die Vereinten Nationen warnen vor Versorgungsengpässen und steigenden Opferzahlen.

Parallel wächst die internationale Kritik an Israels Vorgehen. Insbesondere in arabischen und islamischen Staaten stößt die Militäroperation auf heftige Ablehnung. Auf einem Gipfeltreffen in Doha verurteilten Vertreter mehrerer Länder die israelischen Angriffe und warfen Jerusalem unverhältnismäßige Gewalt vor.

Ein besonderes Augenmerk lag während Rubios Besuch auf der Rolle Katars. Der israelische Angriff auf Hamas-Führer hatte dort für internationale Irritationen gesorgt. Die US-Regierung betonte, sie sei im Vorfeld nicht informiert worden. Rubio machte jedoch deutlich, dass Katar trotz solcher Spannungen ein unverzichtbarer Akteur in den laufenden Verhandlungen bleibe.

Hamas selbst fordert für eine Freilassung der verbliebenen rund 48 Geiseln weitreichende Zugeständnisse: die Freilassung palästinensischer Gefangener, eine dauerhafte Waffenruhe und den Rückzug israelischer Streitkräfte. In Washington gilt ein solches Szenario als „ideal, aber wenig realistisch“.

Mit seinem Besuch setzte Rubio ein klares Signal: Die USA bestehen darauf, dass ein Kriegsende im Gazastreifen untrennbar mit der Freilassung aller Geiseln und der vollständigen Entmachtung von Hamas verbunden ist. Ohne diese Voraussetzungen könne es keinen dauerhaften Frieden geben.

Gleichzeitig zeigt die amerikanische Position auch Zwischentöne: Unterstützung für Israels Sicherheit, aber ebenso der Hinweis, dass internationale Vermittler wie Katar eingebunden bleiben müssen und die humanitäre Dimension des Krieges nicht ignoriert werden darf.

Für Israel ist diese Rückendeckung entscheidend – insbesondere in einer Phase, in der internationale Kritik an den Militäroperationen zunimmt und die diplomatische Isolation wächst. Der Besuch des US-Außenministers verdeutlicht, dass die strategische Partnerschaft zwischen Washington und Jerusalem unverändert Bestand hat, auch wenn Spannungen über einzelne Operationen sichtbar werden.

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Patrick Callahan

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