Der israelische Bildungsminister Yoav Kisch hat am Dienstag eine tiefgreifende Reform des Bildungssystems vorgestellt, die jüdische und zionistische Studien als verpflichtende Kernfächer in allen staatlich finanzierten Schulen ab dem Jahr 2026 etablieren soll. Diese Initiative ist Teil des Programms „Shorashim“ („Wurzeln“) – Das nationale Programm für jüdische und zionistische Identität.
„Wir ändern die Richtung“, erklärte Kisch. „Jüdische Identität kann nicht länger dem lokalen Ermessen oder persönlichen Vorlieben überlassen werden. Unsere Verantwortung ist es, Zugehörigkeit, Erbe und Sinn im nationalen Bildungsprogramm zu verankern.“
Im Rahmen des „Shorashim“-Programms wird ein neues Pflichtfach namens „Wege des Erbes“ eingeführt, das in den Klassenstufen zwei bis sechs unterrichtet wird und zionistische sowie jüdische Themen aus bestehenden Disziplinen integriert. Ab dem Schuljahr 2026/27 soll dieses Fach auch in den weiterführenden Schulen eingeführt werden.
Zudem wird der Bibelunterricht für Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse wöchentlich stattfinden, und eine Prüfung in Bibelstudien wird Teil der standardisierten Meitzav-Bewertung sein. Das Budget für die Bildung zur jüdischen Identität wurde innerhalb eines Jahres von 1 % auf 4 % erhöht, um zusätzliche Bildungsinhalte wie Exkursionen ins Land Israel, Geschichtsunterricht und religiöse Zeremonien zu unterstützen.
Programme wie „Aufstieg nach Jerusalem“ und Besuche anderer nationaler und jüdischer Erbestätten werden ebenfalls verpflichtend sein. Bereits über 1.600 Pädagogen haben eine spezielle Schulung im Vorfeld der Reform durchlaufen, und das Ministerium plant die Einführung einer neuen Online-Plattform, die Lehrern Unterrichtspläne, interaktive Ressourcen und weitere Werkzeuge zur Verfügung stellt.
Kisch betonte, dass das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 nicht nur schockierend war, sondern auch aufzeigte, was im Bildungssystem fehlt. „Dies ist ein tiefgreifender Wandel, aber auch ein einfacher: Wir geben unseren Kindern zurück, was selbstverständlich sein sollte. Das ist unsere Pflicht – sowohl gegenüber den heutigen Schülern als auch der Zukunft Israels.“
Kritiker bemängeln, dass eine „woke“ Bürokratie weiterhin großen Einfluss auf das Bildungsministerium ausübt – ein Einfluss, den auch Yoav Kisch, Mitglied der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, bislang nicht zu brechen vermochte. Insbesondere säkulare staatliche Schulen gerieten in den Fokus der Kritik: Dort werde jüdische Geschichte und Identität zu wenig vermittelt – und das, obwohl etwa 833.000 jüdische Schüler diese Schulform besuchen, was rund 56 Prozent aller jüdischen Schüler im Land ausmacht.





BIBEL ERBE WURZELN Gott möge diese Pläne segnen