Israels U23-Fechtteam feierte am Samstag einen großen Triumph: Bei der Europameisterschaft in Estland gewannen die israelischen Fechter die Goldmedaille. Doch die Siegerehrung wurde von einem respektlosen Vorfall überschattet.
Während der Zeremonie, als die Nationalhymnen der Gewinner gespielt wurden, drehten sich die Schweizer Silbermedaillengewinner demonstrativ vom israelischen Banner weg. Im Gegensatz dazu erwiesen sowohl die israelischen Fechter als auch das italienische Team (Bronze) ihren Flaggen und Hymnen den gebührenden Respekt.
Israels Außenminister Gideon Sa’ar gratulierte dem israelischen Team, kritisierte aber gleichzeitig die Schweizer Mannschaft scharf: „Schande über das Schweizer Team für ihr respektloses Verhalten. Ihr wisst nicht, wie man verliert, und habt euch auf eine Weise benommen, die euch und euer Land beschämt“, schrieb Sa’ar auf X (ehemals Twitter).
Congratulations Israel fencing team up to 23 year old for winning the gold medal in Europe championship. Respect! 🇮🇱Congratulations to the Italian team for winning the bronze.
Shame on the Swiss team for their disrespectful behaviour. you don’t know how to lose and behaved in a… pic.twitter.com/F6ipciJprW— Gideon Sa’ar | גדעון סער (@gidonsaar) April 26, 2025
Laut hebräischen Medienberichten übermittelte der Schweizer Botschafter in Israel, Simon Geissbühler, am Sonntag eine formelle Entschuldigung sowohl an das israelische Außenministerium als auch an den israelischen Fechtverband.
Der israelische Fechtverband erklärte gegenüber hebräischen Medien: „Aus unserer Sicht sollte Sport Menschen zusammenbringen, nicht trennen.“
Alon Sarid, einer der vier israelischen Goldgewinner, sagte gegenüber Ynet: „Es war sehr verletzend, wie man uns begegnet ist. Das zeigt Respektlosigkeit uns Fechtern gegenüber und dem Land, das wir vertreten.“
An dem Zwischenfall beteiligt waren die Schweizer Fechter Yan Auri, Theo Broshar, Yonatan Fohriman und Sven Vines. Für Israel traten Alon Sarid, Fyodor Khaperski, Yonatan Masika und Itamar Tavor unter der Leitung des israelischen Trainers Alexander Ivanov an. Im Finale setzten sich die Israelis mit 45:34 gegen die Schweiz durch.
Nach der öffentlichen Empörung veröffentlichte der Schweizer Fechtverband eine offizielle Erklärung: „Wir bedauern zutiefst, dass dieses Verhalten die Gefühle der israelischen Delegation verletzt und den sportlichen Erfolg der Schweizer Mannschaft mit drei Medaillen bei diesen U23-Europameisterschaften überschattet hat.“
Man gratuliere der israelischen Mannschaft ausdrücklich zu ihrem Goldgewinn. Zudem kündigte der Verband an, intern Gespräche mit dem U23-Team zu führen und anschließend über mögliche Maßnahmen zu entscheiden.
In der Erklärung betonte Swiss Fencing weiter: „Grundsätzlich ist Swiss Fencing der Meinung, dass sportliche Wettkämpfe nicht dazu dienen, politische Meinungen zu äußern, auch wenn Athleten selbstverständlich persönliche Ansichten zu Weltereignissen haben dürfen.“





Als Schweizer schäme ich mich für ein solches Verhalten. Hoffe, die Verantwortlichen werden zur Rechenschaft gezogen. Bitte entschuldigt.
Mit freundlichen Grüssen
Ph.Herzog