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Erinnerung erwacht zum Leben

Eine neue Präsentation in Yad Vashem lässt die Geschichte jüdischer Gemeinden vor dem Holocaust lebendig werden.

Yad Vashem
Foto: Yad Vashem

In Yad Vashem ist mit Unterstützung der Europäischen Union eine neue Präsentation entstanden, die mithilfe von Licht, Ton und Animation an über 5.000 jüdische Gemeinden erinnert, die in der Schoah zerstört wurden – von vielen ist nur ein einziger Bestandteil geblieben: ihr Name.

Die Geschichten dieser jüdischen Gemeinden erwachen zum Leben: Im „Tal der Gemeinden“ in Yad Vashem wurde eine neue audiovisuelle Installation feierlich eröffnet.

Foto: Yad Vashem.

Die Präsentation ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und Yad Vashem. Sie erlaubt eine visuelle Reise und einen lebendigen Einblick in eine Welt, die fast vollständig ausgelöscht wurde – in Gemeinden, die einst blühten, Widerstand leisteten und in großer Zahl vernichtet wurden. Diese Gemeinden bewahrten ihre einzigartige Identität unter unvorstellbaren Bedingungen und hinterließen ein kulturelles Erbe, das die Nationalsozialisten vollständig auslöschen wollten.

Die neue Show wird auf den natürlichen Felswänden des „Tals der Gemeinden“ in Yad Vashem projiziert, einem Ort, der die Namen tausender jüdischer Gemeinden verewigt, die im Holocaust vernichtet oder beschädigt wurden – ein Denkmal für eine untergegangene jüdische Welt. Das Tal erstreckt sich über eine Fläche von etwa zehn Dunam im westlichen Teil von Yad Vashem. Auf 107 Wänden sind die Namen von mehr als 5.000 jüdischen Gemeinden eingraviert – jede Wand erinnert an eine Gemeinde, die oft über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende existierte.

Ziel der Installation, die im Rahmen der vertieften Zusammenarbeit zwischen Yad Vashem und der Europäischen Union entstanden ist, ist es, das reiche und lebendige jüdische Gemeindeleben in Europa und Nordafrika zu zeigen – vom Beginn der Diaspora, über die Zerstörung des Zweiten Tempels bis hin zum Zweiten Weltkrieg. Aus diesem Erleben heraus – und mit einem tieferen Verständnis für die Wurzeln jüdischer Existenz – wird das ganze Ausmaß der durch die Schoah angerichteten Zerstörung sichtbar: der Verlust gesellschaftlicher Strukturen, geistiger und kultureller Schätze – und vor allem das Leben von Millionen jüdischer Menschen.

 

Die Show nutzt eine spezielle Technologie mit Licht, Farben, Ton und Animation und enthält auch Zeugenaussagen von Überlebenden, die einst Teil dieser Gemeinden waren – so trägt sie wesentlich zur Erinnerung bei.

Im Anschluss an das audiovisuelle Erlebnis ist das Publikum eingeladen, das Tal der Gemeinden auf eigene Faust oder im Rahmen einer Führung zu erkunden und die Vielfalt der jüdischen Gemeinden vor der Schoah kennenzulernen. Derzeit wird vor Ort auch ein neues Bildungszentrum errichtet, in dem künftig Programme über die jüdische Welt und die Diaspora angeboten werden – als pädagogische Ergänzung zur audiovisuellen Präsentation. Diese Aktivitäten sollen auf aktives Lernen, Dialog und kreatives Erleben setzen.

Foto: Yad Vashem.

Dani Dayan, der Vorsitzende von Yad Vashem, sagte:

„Nur wenn wir das lebendige jüdische Leben vor der Schoah begreifen, können wir das ganze Ausmaß des tragischen Verlusts während der Schoah besser verstehen. Diese Initiative ist nicht nur ein würdiges Gedenken an die Ermordeten und ihre Gemeinden, sondern wird auch im Kampf gegen Antisemitismus helfen und das reiche jüdische Erbe an künftige Generationen weitergeben. Wir danken der Europäischen Union für ihr Engagement für die Erinnerung an die Schoah, das sich in der Unterstützung dieses einzigartigen Projekts zeigt.“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte:

„Das Tal der Gemeinden ist ein Zeugnis für die Widerstandskraft des jüdischen Volkes und für das reiche Geflecht jüdischer Gemeinden, die einst in Europa und Nordafrika blühten. Mit der Unterstützung dieses Projekts stellt die Europäische Union sicher, dass kommende Generationen aus dem Leid und dem tragischen Verlust von mehr als 5.000 jüdischen Gemeinden lernen können. Mit dieser Initiative erinnern wir an das reiche jüdische Leben, das einst auf unserem Kontinent existierte, ehren das Andenken der Opfer und bekräftigen unsere kollektive Verantwortung, solche Gräueltaten niemals wieder geschehen zu lassen. Gemeinsam mit Israel steht die Europäische Union fest zu Erinnerung, Bildung und dem Kampf gegen Antisemitismus in all seinen Formen.“

 

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Patrick Callahan

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