Der Jahrestag der „Befreiung“
Die allerwenigsten Menschen scheinen Anstoß daran zu nehmen, dass aus solchen Formulierungen wie „Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau“ für den Gedenktag des 27. Januar irrige Schlussfolgerungen gezogen werden.
Jene unglücklich gewählte Bezeichnung ruft eine vermeintlich positive Konnotation hervor, die sich wie nach einem „weichgespülten Happy End“ anhört oder an das immer gleiche Ende von Märchen der Gebrüder Grimm erinnert: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“
In Wirklichkeit gab uns der 27. Januar 1945 vor allem eines frei: den Blick in den schwärzesten aller menschlichen Abgründe. Dieser Tag hält uns bis heute schonungslos den Spiegel einer unbeschreiblichen „Urkatastrophe“ vor das Angesicht.
Die Shoa als „Urkatastrophe“ in dreierlei Hinsicht
Die zunächst auf den Ersten Weltkrieg (1914-1918) bezogene Kennzeichnung „Urkatastrophe“ (u.a. durch den Historiker Wolfgang J. Mommsen, 2002), die von Günther Kronenbitter in seinem Buch „Krieg im Frieden“ (2003) zwar als „sedimentiert“ oder von Fritz Klein in seinen Ausführungen...
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Danke für diesen hervorragenden Artikel. Ich würde ihn sehr gern in schriftlicher Form verbreiten. Wird er im ISRAEL HEUTE-Heft zu lesen sein?