Auch wenn westliche Medien und Regierungen den sunnitischen Rebellenführer in Syrien nicht mehr bei seinem Kampfnamen Mohammed al-Julani, sondern bei Ahmed al-Sharaa nennen, ist er deshalb noch lange kein politisches Lamm im neuen Gewand. Aus ägyptischen Medienberichten geht hervor, dass der ägyptische Präsident Fattah el-Sisi dem neuen syrischen Rebellenführer Mohammed al-Julani nicht traut. Ägyptens dröhnendes Schweigen angesichts der Revolution in Syrien spricht Bände und spiegelt el-Sisis Befürchtungen vor einem revolutionären Dominoeffekt wider, der auch Ägypten treffen könnte. Besonders besorgt ist Kairo über die wachsende Macht des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sowie die territorialen und religiösen Ambitionen der Türkei, die durch katarisches Kapital in Syrien unterstützt werden. El-Sisi und seine Sicherheitschefs befürchten, dass der Erfolg der Islamisten in Syrien die Muslimbruderschaft dazu ermutigen könnte, in Ägypten nach der Macht zu greifen. Dies alles liegt im Interesse der Türkei, um Ägyptens Position im Nahen Osten zu schwächen und stattdessen die Führungsrolle in der islamischen Welt zu übernehmen.
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