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Altäre der Dankbarkeit

Es begann als Gebet nach einem Schicksalschlag und wurde der Auftakt eines neuen Lebenskapitels. Die wahre Geschichte über Freunde von Israel, die anfingen für Gott Altäre aus Worten zu bauen, um für andere Menschen die Möglichkeit zu schaffen, Israel besser kennen und lieben zu lernen. Gerade jetzt, gerade in dieser Zeit!

Altar
Von Anfang an bauten Menschen Altäre für Gott, wenn sie etwas besonders Einschneidendes mit ihm erlebten.

Im Krankenhaus

Es war vor genau einem Jahr. Der 23. Mär z 2023. Ich saß im Wartebereich der Universitätsklinik Tübingen. Um mich herum Menschen und Gemurmel, aber ich war blind und taub dafür. Gerade hatte man Harald, meinen Mann, den ich in die Klinik gebracht hatte, zum Eingriff abgeholt. Es war die 17. Operation seitdem er die Diagnose Malignes Melanom (bösartiger, schwarzer Hautkrebs) im Januar 2022 erhalten hatte und der größte und kritischste Eingriff bislang.

Das 1805 gegründete Universitätsklinikum Tübingen ist ein führendes Zentrum der deutschen Hochschulmedizin in den Bereichen Hochleistungsmedizin, Forschung und Lehre. (Bild: Heribert Pohl — Thanks for half a million clicks! from Germering bei München, Bayern, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons).

Als er im Januar 2023 erfuhr, dass sich gleich zwei weitere Tumore auf der linken Halsseite gebildet hatten, war es zunächst für uns beide niederschmetternd. Aber dann fassten wir den Entschluss, zu vertrauen, dass alles, was auf uns zukam, einen verborgenen Segen in sich trug, den wir früher oder später erkennen würden und das Leben zu feiern, so lange uns dies möglich war.

Die erste Umsetzung dieser Gedanken war, spontan eine Reise nach Israel zu buchen. Wir wollten Gott „bei sich zu Hause“ (in dem Land, das er auserwählt hatte) erleben und wir wollten ihn an dem Ort suchen, von dem er gesagt hatte, dass seine Augen und sein Herz immer dort sein werden“: an der Westmauer in Jerusalem (1. Könige 9,3).

Wer die Medien in dieser Zeit verfolgt hat, weiß, dass Israel zu dem Zeitpunkt (wieder einmal) von einer Serie schrecklicher Terroranschläge erschüttert wurde und dass die unterschiedlichen Meinungen zur geplanten Justizreform, die insbesondere von den Gegnern der Reform in stürmischen Demonstrationen geäußert wurden, das israelische Volk auseinander riss.

Nichtsdestotrotz hatten wir eine wunderbare, berührende Zeit hier erlebt . Damals stieg in mir der Wunsch auf, eine Gegenstimme inmitten all der bedrückenden Nachrichten zu sein (ein Kaleb, der das Potential des gelobten Landes wahrnahm während die anderen Kundschafter nur Beängstigendes sahen), weil es eben trotz allem Negativem, Traurigen und Besorgniserregenden sehr viel Schönes, Bereicherndes und Inspirierendes gab. Wir hatten es gerade erlebt! Und jetzt saß ich, drei Tage nach unserer Rückehr aus Israel, in dem Wartebereich dieses Klinikums und hatte mir vorgenommen, während der Zeit, in der Harald operiert wurde, einen Altar für Gott zu bauen! Und zwar aus Worten! So saß ich inmitten all der Menschen mit dem Laptop auf den Knien und schrieb und schrieb … Daraus wurde der Artikel: Israel, eine aktuelle Reiseerfahrung – der Kaleb Bericht.

Ich wollte mit Worten einen Altar für Gott bauen. Bild: Shutterstock.

Wann und warum baut man Altäre?

Wenn man die Tora (die Bücher Mose im alten Testament) liest, fällt einem auf, dass nach einem markanten, einschneidenden Erlebnis mit Gott, jede der Hauptpersonen und Patriarchen einen Altar baute.

Noah, als er nach der Sintflut mit  der Arche wieder auf Land stiess (1 Mo 8,29), Abraham nachdem Gott ihm gesagt hatte, dass das Land seinen Nachkommen gehören würde (1 Mo 12,7), Isaak nachdem Gott ihm versprochen hatte, ihn zu segnen und seine Nachkommen zu mehren (1 Mo 26,25), Jakob nachdem Gott sich ihm offenbart hatte (1 Mo 35,7) und Mose nach dem Sieg über die Amalekiter (2 Mo 17,15) und beim Bundesschluss am Sinai (2 Mo 24,4).

War es das Bedürfnis einen sichtbaren Meilenstein zu setzen, sozusagen ein Denkmal für besondere Begegnungen mit Gott? Sollte es ein Ehrenzeichen für Gott sein und/oder für das, was an dieser Stelle geschehen war? War es der Wunsch Dankbarkeit zu zeigen? Sollte damit anderen eine Botschaft übermittelt werden oder war es der Erbauer selbst, der sich immer wieder durch einen konkreten, greifbaren Beweis an diese besonderen Erlebnisse erinnern wollte?

Und schließlich gab Gott selbst den Auftrag einen Altar zu bauen (2 Mo 20,24) und die Zusage: „an jedem Ort, wo ich meines Namens gedenken lasse, da will ich zu dir kommen und dich segnen“.

Von Anfang an bauten Menschen Altäre für Gott, wenn sie etwas besonders Einschneidendes mit ihm erlebten. Foto: Harald Bottesch.

 Was waren meine Beweggründe?  Zuallererst wollte ich ein Zeichen für mich und Gott setzen, dass ich entschlossen war, mich durch nichts  was geschah, von ihm trennen zu lassen. Aber ich wollte auch sichtbar machen, was für eine lebensverändernde Erfahrung es für mich gewesen war, Israel kennen zu lernen. Ich wollte danken für allen Segen, den ich in meinem Leben schon erlebt hatte und damit eine Erinnerung an diese Erfahrungen schaffen. Ich wollte für dunkle Zeiten eine Säule der Ermutigung errichten. Und ich wollte Gott damit bitten, uns weiter zu segnen, insbesondere jetzt, insbesondere Harald, der gerade auf dem Operationstisch lag. Ich versuchte, mein ganzes Herz in meine Worte zu legen. Und jedes Wort war ein Dankeslied und eine flehende Bitte zugleich.

Es heißt, man soll Gott das Wertvollste bringen, was man besitzt. In meiner Jugend hatte ich Literaturpreise gewonnen, bevor ich vom Schreiben absah, um mich scheinbar erfolgsversprechenderen Zukuftsperspektiven zuzuwenden. Deshalb wollte ich jetzt diesen Altar mit dem bauen, was ich im Unterbewusstsein immer noch als meine persönliche Stärke und Begabung ansah: Worte.

 

Was danach geschah …

Haralds Operation verlief komplikationslos und wunderbarerweise mit deutlich weniger Schmerzen im Nachgang als bei allen anderen. Es wurden seither noch weitere Tumore identifiziert (und entfernt), allerdings alle in einem sehr frühen Stadium.

Haralds Operation, bei der zwei maligne Melanome (bösartige Tumore) am Hals entfernt wurden, war erfolgreich. Foto: Harald Bottesch.

 Unsere Freunde Aviel und Anat Schneider, die die Nachrichtenagentur „Israel heute“ in Jerusalem leiten, veröffentlichten meinen Reisebericht, der im Krankenhaus entstanden war und er wurde innerhalb von 48 Stunden der meist gelesene Artikel der Seite. Das Feedback, das ich erhielt, brachte mich auf die Idee, mehr über unsere Erfahrungen in und mit  Israel zu schreiben.

Mein Bericht wurde der meistgelesene Artikel der Seite.

Bis jetzt hatten wir unsere Eindrücke und Empfehlungen immer mündlich im kleinen Kreis an andere weiter gegeben. Jetzt entstand der Gedanke, alles was wir über Israel wussten, in schriftlicher Form und in mindestens zwei Sprachen für alle Interessierten verfügbar zu machen. Denn es ist unser Herzenswunsch, auch für andere Menschen die Möglichkeit zu schaffen, dieses Land und dieses Volk kennen und lieben zu lernen.

 

Wir gründeten einen gemeinnützigen Verein und begannen an einer eigenen Website zu arbeiten; ARC TO ISRAEL.

Das Logo von unserem gemeinnützigen Verein.

  • Ein Fokus dieser Seite ist, die handverlesenen Orte vorzustellen, die uns während unserer Reisen über die Jahre am meisten beeindruckt und berührt haben.
  • Ein zweiter Schwerpunkt ist, lebendiges Tiefenwissen über dies besondere Volk mit seiner einzigartigen Geschichte durch Bücher und Filme zu vermitteln.

Denn wer diese Orte und die Geschichte des Landes kennt, kann die Ereignisse in Israel besser einordnen und versteht das Wesen der Israelis besser.

  • Und der dritte Fokus ist, die wertvollsten persönlichen Erlebnisse von uns und unseren Nächsten mit Bezug zu Israel in Worten festzuhalten. Ebenso historische Zusammenhänge aufzuzeigen und ihren Bezug zu aktuellen Themen zu erläutern. So entstehen unsere mit Herzblut geschriebenen Artikel, von denen jeder einzelne ein kleiner Wort-Altar für sich ist.

 

Das Jahr verging wie im Flug. Statt uns Sorgen wegen der nächsten medizinischen Untersuchung und über  die Zukunft zu machen, überlegten wir, wie wir unsere Website als Segen für Israel gestalten konnten. Erst viel später erkannten wir, was für ein Geschenk das für uns selber war. So schloss sich der Kreis: „wer Israel segnet, wird gesegnet“. Aus Gedanken wurden Taten. Immer mehr kam hinzu und unsere Seite nahm Gestalt an. Doch wir sind noch lange nicht am Ende, denn es gibt so viel zu berichten und zu zeigen. Wir freuen uns jetzt schon darauf unsere Eindrücke von den nächsten Israel Reisen zu teilen und neue Artikel vorzustellen.

Unsere Website ist ein großer Dank, für alles, was wir erlebt und kennen gelernt haben. Ein „Altar“, an dem wir weiter bauen. Und unser Anliegen ist, dass diese Website zu einer Quelle der Inspiration für andere wird.

 

In diesem Sinne herzlich willkommen bei: Arc to Israel!
www.arc-to-israel.org

 

Israels Geschichte und Gegenwart sind faszinierend. Lernen Sie dieses besondere Land und Volk kennen! Foto: Pixabay

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Patrick Callahan

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