Das israelische Institut für Gerichtsmedizin hat die traurige Aufgabe, anhand von Videos festzustellen, ob entführte Israelis noch am Leben sind oder nicht. Der Chef des Instituts, Dr. Chen Kugel, sprach mit Kan News über die Fähigkeit des Instituts, den Tod von Geiseln festzustellen – selbst wenn sich die Leiche im Gazastreifen befindet – und sprach auch über die Arbeit des Instituts während des Krieges.
Er beschrieb, wie sie den Tod von Geiseln in Gaza feststellen: „Man schaut sich die Videos an und versucht festzustellen, welche Verletzungen sie haben, ob diese Verletzungen mit Leben vereinbar sind oder nicht, man versucht, Atembewegungen zu erkennen, Bewegungen der Augenlider sowie Zeichen, die bei Menschen nach dem Tod auftreten.“
Er fügte hinzu, dass die Mitarbeiter auch Aussagen von Geiseln aufnehmen, die aus dem Gazastreifen zurückgekehrt sind. „Es ist schwierig, die Geiseln zu treffen, auch wenn sie noch leben, denn man hört von ihnen, was passiert ist“, sagte er.
Kugels Team untersucht auch Leichen, die aus der Gefangenschaft zurückkehrten, um Anzeichen von Gewalt und Verletzungen festzustellen.
Die stundenlange Analyse von Videos misshandelter Menschen, die Untersuchung von verstümmelten Leichen und die Aufnahme von Aussagen befreiter Geiseln haben eine starke Wirkung auf Dr. Kugel und sein Team.

Dr. Kugel beschreibt, wie der Umgang mit Leichen und die harten Szenen ihn beeinflusst haben. „Ich bin gealtert, ich habe plötzlich das Gefühl, dass Jahre vergangen sind.“ Er sprach über Gedanken an den Ruhestand und schloss: „Ich bin viel trauriger, ich mache weniger Witze, wie kann ich noch lachen?“
Jeden Tag wird das jüdische Volk mit neuen Schreckensmeldungen konfrontiert und diese treffen mitten ins Herz. Sogar erfahrene Experten wie Dr. Kugel, die jeden Tag mit Mord und Totschlag zu tun haben, sind zutiefst betroffen. Ganz zu schweigen von den Überlebenden des Massakers, den Israelis, die aus dem Norden und Süden geflüchtet sind, den hunderttausenden Soldaten, die in diesem Augenblick in der Hölle Gazas kämpfen, den Angehörigen und vor allem den Geiseln, die jeden Tag unbeschreibliche Schrecken durchmachen.




