Fast jeden Tag passieren in Israel und in der Welt Dinge, die keinen Sinn machen. Als aber Russland am ersten April den Vorsitz im UN-Weltsicherheitsrat übernahm, war das für mich kein Aprilscherz, so wie es die meisten deutschen Medien dargestellt haben. Der Vorsitz wechselt jeden Monat und turnusmäßig ist dies die alphabetische Reihenfolge Russlands. Heute verstehen wahrscheinlich mehr Menschen, war für ein Irrsinn die UNO ist. Jahrzehntelang hat die Weltorganisation Israel für alles Mögliche verurteilt und nur wenige Regierungen haben für Israels Seite im israelisch-palästinensischen Konflikt Verständnis gezeigt. Wer hat jemals zugegeben, dass die UNO für Israel keinen Sinn macht. Dies, obwohl die UNO offiziell dafür sorgen sollte, dass es auf der Welt friedlicher zugeht.

Die Wahrheit wird immer irrelevanter. Die Weisen des Talmuds beschrieben das Zeitalter des Messias mit den so genannten „Spuren des Messias“ (בְּעִקְּבוֹת מְשִׁיחָא) als eine Periode in der „die Wahrheit nicht mehr da ist“. Fast jeden Tag passieren Dinge, die keinen Sinn machen, denen es an Integrität mangelt und die keine Spur von Moral haben, was immer wieder die Trauer der Weisen über die fehlende Wahrheit bestätigt.
Von 1967 bis 1989 hat der UN-Weltsicherheitsrat (UNSC) 131 Resolutionen verabschiedet, die sich direkt mit dem arabisch-israelischen Konflikt befasst haben und zum Großteil Israel verurteilten. Bis 2013 wurde der Staat Israel in 45 Resolutionen des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen (UNHRC) verurteilt. Seit der Gründung des UNHRC im Jahr 2006 hat der UN-Menschenrechtsrat fast so viele Resolutionen verabschiedet, die allein Israel verurteilen, wie zu Themen für den Rest der Welt zusammen. Die 45 Resolutionen machen fast die Hälfte (46%) aller länderspezifischen Resolutionen aus, die vom UNHRC verabschiedet wurden. Die ständigen UN-Resolutionen haben nichts mit der Wahrheit in Israels Gegenwart zu tun. Wie oft musste sich Israel gegen die Lügen der UNO verteidigen. Für Israel wurde die Wahrheit nicht gehört.

Nun aber blicken Regierungen, besonders die europäischen Regierungen, mit kritischen Augen auf den UN-Weltsicherheitsrat, denn das berührt sie diesmal direkt. Russland ist in die Ukraine einmarschiert und Präsident Wladimir Putin wurde vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zum Kriegsverbrecher erklärt. Jetzt bestimmt Moskau jedoch die Agenda des Weltsicherheitsrates. Aber der Sicherheitsrat ist in einer alten Welt gefangen geblieben, die nichts mit der politischen Realität und den Machtverhältnissen des 21. Jahrhunderts zu tun hat. USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sind Ausdruck einer anachronistischen Situation, die nicht die Veränderungen in der politischen Weltumgebung repräsentiert. Sie besitzen bei der Verabschiedung von Resolutionen ein erweitertes Vetorecht und werden daher Vetomächte genannt.
Als Ratsvorsitzender kann Russland seine eigenen Sitzungen im Rat abhalten. Die erste wird sich mit den Risiken, die sich aus der Verletzung der Abkommen zur Regelung der Ausfuhr von Waffen und militärischer Ausrüstung befassen und es wird erwartet, dass Russland Länder wegen der Lieferung von Waffen an die Ukraine angreifen wird. Israels Außenministerium ist über eine Verschärfung der Kritik Moskaus gegenüber Jerusalem besorgt, nachdem Israel angeblich zum ersten Mal seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine den Verkauf von militärischer Verteidigungsausrüstung an Kiew genehmigt hat. Im April, wenn Russlands UN-Botschafter Vassily Nebenzia als Präsident des Weltsicherheitsrates fungiert, wird Israel in den üblichen Diskussionen über den Nahen Osten und dem Palästinenserkonflikt mit den klassischen Themen wie „israelische Besatzung“ und „illegalen Siedlungspolitik“ angegriffen werden.

Während Israel und Russland ihre Aktivitäten im syrischen Luftraum seit langem koordinieren, um Zusammenstöße zu vermeiden, haben sich die Beziehungen seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im vergangenen Jahr sehr angespannt. Dies ist auch der Grund, weshalb sich Jerusalem hütet, Moskau öffentlich für den Einmarsch in die Ukraine zu kritisieren. Das israelische Militär äußert sich zwar nicht zu konkreten Angriffen in Syrien, hat aber zugegeben, dass es in den letzten zehn Jahren Hunderte von Einsätzen gegen vom Iran unterstützte Gruppen durchgeführt hat, die versuchen, in Syrien Fuß zu fassen. Natürlich weiß Russland von den gezielten israelischen Luft- und Raketenangriffen in Syrien. Wenn Israel von den bevorstehenden Drohungen und Kriegsszenarien redet, dann wird damit der Norden Israels gemeint. Hisbollah, Syrien und die iranische Revolutionsgarde bereiten sich für einen Krieg mit Israel vor und dies verhindern Israels Sicherheitskräfte. Das ist die Wahrheit.




