Die Armut in Israel nimmt zu. Neue Daten der israelischen Sozialversicherung haben ergeben, dass die Armutsquote in Israel im Jahr 2021 um 0,8 Prozent gestiegen ist, nachdem sie sechs Jahre lang rückläufig war.
Den Daten zufolge lebten Ende 2021 1,95 Millionen israelische Bürger unterhalb der Armutsgrenze, darunter 853.800 Kinder und 212.400 Senioren.
Der stärkste Anstieg der Armutsquote war bei den Senioren zu verzeichnen – der Anteil der über 65-Jährigen, die in Armut leben, stieg im Laufe des Jahres 2021 von 16,4 Prozent auf 17,6 Prozent. Dies wird größtenteils auf die Einstellung der Sonderbeihilfen im Jahr 2020 sowie auf die Tatsache zurückgeführt, dass die meisten älteren Israelis nicht mehr erwerbstätig sind.
Auch die Armut unter Familien mit kleinen Kindern nahm im Jahr 2021 zu, und zwar von 20,6 Prozent auf 21 Prozent der Familien. Die Kinderarmutsquote stieg von 27,2 Prozent auf 28 Prozent.
Eine im Jahr 2022 durchgeführte Umfrage ergab zudem, dass 29,1 Prozent der Befragten sich selbst als arm oder von Armut bedroht einstufen. Die meisten Menschen in dieser Kategorie gaben an, dass sie in letzter Zeit auf medizinische Behandlung, verschreibungspflichtige Medikamente oder warme Mahlzeiten verzichten mussten.
Hohe Preise, niedrige Löhne sowie sehr niedrige Renten machen das Leben in Israel schwierig. Hinzu kommt, dass die Sozialhilfe im jüdischen Staat zu den schlechtesten der OECD-Länder gehört.




