MitgliederZwischen Religion und Glauben

Wir bringen diesen Artikel von 2011 zur Erinnerung an den Gründer unserer Zeitschrift, Ludwig Schneider. Seine Gedanken und Bibelanalysen sind heute noch genauso aktuell wie vor zehn Jahren.

von Ludwig Schneider | | Themen: Wort aus Jerusalem
Taube an der Klagemauer
Illustration - Taube an der Klagemauer Foto: Jack Bentley/ Flash90

Wer einer Religion angehört, ist deswegen nicht automatisch ein Gläubiger, der eine persönliche Erfahrung mit Gott gemacht hat, oder, wie Jesus es in Johannes 3,3 nennt, von „neuem geboren“, was auch „Wiedergeburt“ genannt wird. Für Menschen, die die Gewissheit haben, „wiedergeboren“ zu sein, hat Religion und Tradition nichts mit wahrem Glauben zu tun. Religionsanhänger und Traditionalisten können nichts mit wiedergeborenen Christen anfangen und für gläubige Christen ist Religion und Tradition ein „rotes Tuch“.

Das Wort Religion kommt vom Lateinischen religio, was übersetzt Bindung heißt und auf den römischen Staatsmann und Philosoph Cicero (1. Jh. v.Chr.) zurückgeht. Er meinte damals des Menschen Anbindung an die Götter. An welche Götter war ihm nicht wichtig, was bei damaliger Göttervielfalt verständlich ist. In unsere Zeit übertragen ist „Religion“ das Sammelbecken der Ökumene aller Weltreligionen. Jedes Überzeugtsein von seinem persönlichen Glauben steht – von der Ökumene aus betrachtet – im Widerspruch zur Weltreligion.

So versteht man heute unter „Religion“ im allgemeinen die Gesamtheit aller Erscheinungen, Strukturen, Lehren und...

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