Frederik Willem de Klerk, der letzte weiße Präsident Südafrikas und Friedensnobelpreisträger, schrieb einmal in seiner Autobiografie: „Nicht der internationale Druck hat uns zu Fall gebracht, sondern die Fehler, die wir im Umgang mit diesem Druck machten.“ Genau an diesem Punkt befindet sich Israel heute.
Denn die bevorstehenden Schritte einiger westlicher Staaten zur Anerkennung eines palästinensischen Staates stellen Israel zwar nicht vor eine existenzielle Bedrohung – wohl aber die Gefahr, durch eine unbedachte Reaktion diplomatisch noch stärker isoliert zu werden. Zwischen neun und zwölf Länder, darunter voraussichtlich Frankreich, Großbritannien, Kanada und Australien, könnten in den kommenden Tagen offiziell einen palästinensischen Staat anerkennen.
Warten auf das Gespräch mit Trump
In Jerusalem betont man, dass über Israels Antwort noch keine Entscheidung gefallen ist. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will sich erst am Montag, dem 29. September, bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus abstimmen. Israel strebt dabei maximale Koordination mit Washington an.
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