Zu kalt im Zug?

Unsere neue Verkehrsministerin der „Regierung des Wandels“ machte sich sofort an die Arbeit und möchte jetzt die Temperaturen in den Zügen ändern

von Dov Eilon | | Themen: Guten Morgen
Foto: Yossi Aloni/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Als ich am Sonntag wieder einmal in unserer Redaktion in Jerusalem war, um einige wichtige Dinge zu erledigen, bin ich wie immer mit dem Bus gefahren. Nachdem ich mehrere Male mit meinem Auto gefahren war und mich immer wieder über das Stehen im Stau geärgert habe, entschloss ich mich, nie wieder mit dem Auto nach Jerusalem zu fahren, jedenfalls nicht zu den Zeiten, wo ganz Israel auf den Straßen ist. Im Bus stören mich die Staus deutlich weniger. Zum einen gibt es jetzt immer mehr besondere Fahrspuren für die Busse, sodass der Stau für uns kaum von Bedeutung ist. Und wenn wir dann doch einmal im Stau stehen, kann ich einfach mal die Augen schließen und ein kurzes Nickerchen machen, um dann frisch im Büro zu erscheinen.

Natürlich ist nicht alles perfekt im Bus, besonders wenn er voll besetzt ist oder einmal zu spät oder gar nicht kommt. Unsere Tochter hat es da besser, sie kann mit dem Zug zu ihrem Studium fahren, völlig unabhängig von den morgendlichen Verkehrsstaus. In Modiin haben wir schon seit vielen Jahren einen sehr schönen Bahnhof, es war übrigens der erste Bahnhof, der unter der Erde errichtet worden war. Doch noch kann man von dort eben nur in Richtung Tel Aviv fahren. Theoretisch könnte ich bis zum Flughafen und dann von dort nach Jerusalem fahren, aber das lohnt sich zeitlich nicht. Allerdings bin ich einige Male von Jerusalem aus mit dem Zug über den Flughafen nach Modiin gefahren, um den Staus am Ausgang der Stadt zu entfliehen, denn dort befindet sich schon seit längerer Zeit eine riesige Baustelle. Ich denke, dass viele von Ihnen den Eingang nach Jerusalem kaum wiedererkennen werden, wenn Sie uns endlich wieder besuchen können.

Es macht keinen Spaß, mit dem Auto nach Jerusalem zu fahren

In einigen Monaten werde ich mich von den Staus auf dem Weg nach Jerusalem endgültig verabschieden, wenn die Zuglinie von Modiin nach Jerusalem eröffnet werden wird. Ganze 18 Minuten soll die Fahrt nur dauern, ein Traum. Der Zug ist für mich von allen Verkehrsmitteln der angenehmste Weg, von einem Ort zum anderen zu kommen. Besonders im Sommer. Ich liebe die angenehme Kühle im Zug.

Aber genau das könnte sich vielleicht bald ändern. Schließlich haben wir ja seit drei Wochen eine „Regierung des Wandels“. Unsere neue Verkehrsministerin Merav Michaeli ist bekannt dafür, das sie sich sehr für die Frauen einsetzt, was auch völlig in Ordnung und wünschenswert  ist. Allerdings zeigt sie ihren Einsatz auch in ihrer Sprache, sie benutzt häufig die weibliche Form, was nicht den hebräischen Grammatikregeln entspricht und meiner Meinung nach etwas lächerlich wirkt. Im Hebräischen spricht eine Frau anders als der Mann, so kann man auch erkennen, ob jemand am Telefon mit einem Mann oder einer Frau spricht, was in bestimmten Situation vielleicht nicht unbedingt optimal ist ;). Aber auch bei Ihnen gibt es ja diese Diskussionen um die Gendersprache, liebe Leser:innen, so schreibt man das, oder? Ich mag das nicht.

Verkehrsministerin Merav Michaeli

Zurück zum Thema. Im Rahmen der „Regierung des Wandels“ hat unsere Verkehrsministerin nun beschlossen, sich für die Frauen einzusetzen, denen es im Zug wegen der Klimaanlage, die ich so sehr liebe, zu kalt ist.


„Mir ist im Zug immer sehr kalt, ehrlich gesagt, bei Klimaanlagen ist mir immer kalt. Es ist nun mal so, dass Frauen schneller frieren, wenn die Klimaanlage in Betrieb ist, als Männer. Es ist bekannt, dass sich die Welt mehr nach den Männern richtet, und so ist es auch bei den Klimaanlagen. Ich werde mich darum kümmern und sehen, ob wir die Klimaanlage im Zug so einrichten können, dass den Frauen nicht kalt und den Jungen nicht warm sein wird. Also, ich bin dabei.“

 

Das Thema „Klimaanlage in den Zügen“ war in den letzten Tagen überall in den Schlagzeilen. Ich kenne das Problem von zu Hause aus. Immer wieder werde ich von meiner Frau aufgefordert, die Klimaanlage zu schließen oder wenigstens auf eine höhere Temperatur zu stellen. Bei unserem israelischen Sommer ist das ein ernstes Problem. Aber spätestes beim Erhalt der Stromrechnung bin ich mir meiner Frau einer Meinung. Und wenn wir schon vom Sommer und der Klimaanlage sprechen, hier ist das Wetter für heute, es wird immer wärmer, Ich schalte jetzt unsere Klimaanlage ein.

 

Das Wetter für heute in Israel

Im Landesinneren und in den Bergen soll es heute besonders heiß werden, an der Küste schwül. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 32 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 37 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209,58 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 78 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Dienstag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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