Israel Heute Morgen – Noch ein Name für die Liste

Während man heute früh in den Medien wieder über alltägliche Probleme spricht, ist für eine Familie nichts mehr so, wie es einmal war. Der gefallene Soldat Aviv Levi wird zu einer weiteren Nummer in der Statistik. Wir dürfen sie nie vergessen, unsere Kinder, die ihr Leben für uns gegeben haben.

von | | Themen: Guten Morgen

Guten Morgen liebe Leser!

Gestern Abend konnte man schon spüren, dass es wieder wärmer werden wird. Auch in der Nacht war es mit 25 Grad recht warm bei uns in Modiin. Ich habe begonnen, mich nach dem Regen zu sehnen, aber bis der wiederkommen wird, wird es noch eine ganze Weile dauern. Allerdings war der Himmel heute früh, als ich auf dem Weg nach Jerusalem war, noch bedeckt und grau. So grau, dass es mich nicht überrascht hätte, wenn ein paar Regentropfen auf der Windschutzscheibe meines Autos gelandet wären. Waren sie aber nicht. Wir haben Ende Juli, Hochsommer.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter mit einem Anstieg der Temperaturen. An der Küste schwül. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 40 Grad, Beersheva 36 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen zwei Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.865 m unter dem Meeresspiegel.

Im Radio befasste man sich heute früh schon wieder mit den normalen Nachrichten des Alltags. Wir Israelis können gut immer wieder schnell in den Alltag zurückkehren. Dabei standen wir noch vor drei Tagen fast vor einem neuen Krieg im Gazastreifen. Am Freitag ist der Soldat Aviv Levi am Grenzzaun gefallen, er wurde von Terroristen aus dem Gazastreifen erschossen. Gestern hat seine Beerdigung stattgefunden. In den Medien wurde selbstverständlich darüber berichtet.

Familie und Freunde bei der Beerdigung von Aviv Levi, gestern (Foto: Avi Dishi/Flash90)

Der Vater erzählte, was für ein besonderer Junge sein Sohn gewesen sei. Seine Freundin beschrieb den Moment, wo sie vom Tod ihres Freundes erfuhr. Auch ein Onkel kam zu Wort. Ds ganze Land hat gestern mit der Familie um den Verlust ihres Sohnes, des Sohnes von uns allen, getrauert. Und nun bleibt nur das Grab und die Erinnernung.

Und heute begann ein neuer Tag. Der Alltag hat uns wieder. Kein Wort mehr von dem gefallenen Soldaten. Das Leben geht weiter. Heute wurde fast nur über ein Thema gesprochen. Die Demonstrationen gestern der LGBT-Gemeinde für gleiches Recht für alle. Über den Streit um das Recht eines jeden, ein Kind mithilfe der Leihmutterschaft auf die Welt zu bringen, hatte ich Ihnen ja schon erzählt. Gestern Abend gab es auf dem Rabin-Platz eine Demonstration, an der nicht weniger als 80.000 Menschen teilgenommen hatten. Gleiche Rechte für alle wurde dort gefordert. Nun wird es wahrscheinlich eine Sondersitzung in der Knesset ,die bereits ihre Sommerpause begonnen hat, zu diesem Thema geben.

80.000 Menschen auf dem Rabin-Platz, gestern (Foto: Miriam Alster/Flash90)

Doch während in den Medien das alltägliche Leben weitergeht, ist für eine Familie nichts mehr so, wie es war. Hatte das ganze Land sie gestern noch liebevoll und sorgend umarmt, so stehen die Eltern, die Geschwister und die Freunde des gefallenen Soldaten Aviv Levi heute alleine mit dem Verlust da. Aviv wird nun zu einer weiteren Nummer in der Statistik werden, ein weiteres Grab, an dem man am Gedenktag ein kleines Fähnchen steckt. Noch ein Name in der langen Liste von jungen Menschen, die ihr Leben lassen mussten in diesem nicht endenden Konflikt.

Aber irgendwo muss das Leben ja auch weitergehen, das wäre sicher auch im Interesse von Aviv. Aber wir dürfen sie nie vergessen, unsere Kinder, die ihr Leben für uns gegeben haben.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Montag und einen guten Beginn der neuen Arbeitswoche. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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