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Wie geht es weiter?

Mehr als zwei Monate sind seit dem sogenannten „Schwarzen Schabbat“ vergangen. Ein kleiner Einblick in meine Gedanken über diese Zeit.

Oktober
Kundgebung für die Freilassung der von Hamas-Terroristen in Gaza entführten Israelis auf dem sogenannten Geiselplatz in Tel Aviv am 16. Dezember 2023. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

Jetzt haben wir schon den 17. Dezember, Chanukka liegt hinter uns, und bald beginnt das neue Jahr 2024. Und ich befinde mich vom Gefühl nach noch immer im Oktober, am Simchat Tora Feiertag. Seit dem sogenannten „Schwarzen Schabbat“, an dem sich das ganze Land verändert hat, scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.

Dov Eilon

Seit dem 7. Oktober befinden wir uns in einem Trauma, in einer nicht endenden Zeitschleife. Jeder Tag beginnt mit der Veröffentlichung der Namen der gefallenen Soldaten.  Leider werden auch Namen von in den Gazastreifen verschleppten Geiseln veröffentlicht, die während der Gefangenschaft von der Hamas getötet wurden. Und am Freitagabend gab es die katastrophale Meldung über die drei Geiseln, die versehentlich von unseren Soldaten erschossen worden sind.

Auch heute früh bekam ich wieder die Mitteilung über zwei weitere im Gazastreifen gefallene Soldaten. Ein neuer Tag hat begonnen. Ein weiterer Tag mit Berichten über die Kämpfe in Gaza, Sirenen im Norden und vielleicht eine neue Geschichte einer freigelassenen Geisel. Es gibt unendlich viele Geschichten. Seit dem 7. Oktober werden wir von vier israelischen TV-Sendern mit Berichten nahezu überhäuft.

An zwei der TV-Stationen, Channel 12 und Channel 13, sind Moderatorinnen beschäftigt, die beide eine Schwester bei dem Massaker auf der Nova-Musikparty verloren haben. Maayan Adam (Channel 12) hat ihre Schwester Mapal verloren und Chen Zander (Channel 13) ihre Schwester Noa.

Maayan Adam an der Stelle, wo ihre Schwester Mapal von Hamas-Terroristen ermordet wurde

Und jetzt, nachdem die einmonatige Trauerzeit schon längst vorbei ist, sind beide wieder auf Sendung. Wenn ich sie sehe, bekomme ich immer eine Gänsehaut und kämpfe gegen die Tränen. Ich bewundere diese beiden Frauen, wie sie mit dieser Tragödie fertigwerden. Besonders dann, wenn sie Angehörige von Geiseln oder Opfern des Massakers interviewen. Sie verstehen die Angehörigen besser als jeder andere, denn sie sind ein Teil von ihnen.

Und so bringt uns jeder Tag weitere traurige Geschichten und Berichte von den Kämpfen unserer Soldaten im Gazastreifen. Und ein Ende scheint noch lange nicht in Sicht zu sein. Um die 125 Geiseln befinden sich noch in der Gefangenschaft irgendwo im Gazastreifen, die Hamas ist noch nicht besiegt, das haben wir am Freitag bemerkt, als Jerusalem mit sechs Raketen beschossen wurde. Eine dieser Raketen schlug übrigens in der Nähe eines Krankenhauses in Ramallah ein, das war schon etwas kurios. Interessant nur, dass sich in diesem Fall niemand auf der Welt über den Beschuss eines Krankenhauses beschwert hatte.

Unser Alltag zu Hause ist seit dem 7. Oktober ganz anders geworden. Der Fernseher läuft fast den ganzen Tag. Wir sprechen viel über die Schicksale der Familien, über die zum Teil unglaublichen Geschichten. Wir sorgen uns um die Freunde unseres Sohnes, die jetzt im Süden und auch an der Grenze im Norden sind. Unser Sohn hatte das „Glück“, in einer Einheit gedient zu haben, die keinen Reservedienst machen muss. Dennoch ist die Sorge um seine Freunde und die Kinder von Bekannten sehr groß. Seit dem 7. Oktober sind 453 Soldaten gefallen. Eine unfassbare Zahl.

Familie und Freunde trauern auf dem Friedhof von Lehavim am 15. Dezember 2023 um den israelischen Soldaten Ron Sherman, der am 7. Oktober von Hamas-Terroristen entführt wurde und dessen Leiche während einer Militäroperation im Gazastreifen gefunden wurde. Foto von Flash90

Immerhin sind die Raketenalarme deutlich weniger geworden. Hier bei uns in Modiin gab es sowieso nur sehr wenige davon. Man kann von unserem Garten aus die Raketenabwehr dennoch sehr gut sehen. Am Freitag, als Jerusalem beschossen wurde, flogen die Abwehrraketen des Iron Domes quasi über unserem Garten vorbei. Die Explosionen der Raketenabwehr waren kräftig und haben unsere Fenster wackeln lassen. Aber alles in allem ist es deutlich ruhiger geworden. Wir warten auf das Ende der Kämpfe im Gazastreifen und die Freilassung der Geiseln.

Und dann kann es im Norden weitergehen. Denn solange die Hisbollah an der Grenze zu Israel sitzt, wird dort keine Ruhe einkehren und die evakuierten Bürger werden nicht zurück in ihre Häuser ziehen. Und wenn es zu einem Krieg gegen die Hisbollah kommen sollte, dann wird es auch bei uns nicht ruhig bleiben.

Mittlerweile haben unsere beiden noch zu Hause lebenden Kinder ihr Studium wieder begonnen. Heute ist auch unsere Tochter zum ersten Mal wieder zu ihrer Hochschule gefahren. Offiziell beginnt dort das neue Studienjahr am kommenden Sonntag. Unser Sohn hat bereits den ersten Monat seines Studiums hinter sich. So bin ich jeden Morgen erst einmal damit beschäftigt, meine Kinder zum Bahnhof zu fahren. Ja, das Fahren der Kinder scheint nie ein Ende zu haben. Aber wir Eltern machen das doch gerne. Ich hoffe, dass meine Kinder ein relativ normales Studienjahr haben werden.

Und ich hoffe auch, dass das neue Jahr 2024 das Jahr sein wird, in dem Israel den Sieg über seine Feinde feiert und die Bürger Israels endlich überall in Frieden und Sicherheit leben können. Was wünscht Ihr Euch, liebe Leser, vom neuen Jahr 2024? Schreibt es doch in die Kommentare!

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Patrick Callahan

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3 Kommentare zu “Wie geht es weiter?”

  1. Bernd Lindner sagt:

    Danke, daß ihr uns an Eurem Leben teilhabt!

    Ich hoffe, daß der langersehnte Messias endlich kommt!
    Sollte die Offenbarung sich noch verzögern, so wollen wir darauf warten (Habakuk 2:3).

  2. Andrew Manner sagt:

    Der Herr schütze Dich und Deine ganze Familie!
    Der Herr erlöse Israel von all seinen Nöten!

  3. reinharko sagt:

    Ich wünsche Euch liebe Juden, liebe Israelis, liebe Geschwister im Herrn Jesus – Frieden, Gottes Frieden und die Liebe Gottes als das Größte. Shalom

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