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MitgliederWarum Israelis so lange leben – und was Europa daraus lernen kann

Israel gehört zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung – obwohl es weniger Geld in Gesundheit investiert als Deutschland oder Frankreich. Wie passt das zusammen?

Rachel Herz - eine 96-jährige Holocaustüberlebende aus Jerusalem mit ihrem einjährigen Ururenkel David (April 2025). Foto: Chaim Goldberg/Flash90

Während in Israel Sirenen heulen, Reservisten aus dem Alltag gerissen werden und das Land immer wieder mit Terror und Krieg leben muss, geschieht etwas, das nicht in dieses Bild passen will: Israelis gehören zu den Menschen mit der höchsten Lebenserwartung der Welt. Laut einer aktuellen Auswertung der OECD liegt Israel heute bei 83,8 Jahren und damit auf Platz vier unter allen Mitgliedsstaaten – nur Japan, die Schweiz und Spanien liegen darüber. Deutschland erreicht 81,1 Jahre, die USA gerade einmal 77,5.

Diese Zahlen sind bemerkenswert, doch sie überraschen umso mehr, wenn man sieht, wie wenig Israel im Vergleich investiert. Während Deutschland über 12 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Gesundheit ausgibt, sind es in Israel nur 7,6 Prozent. Trotzdem leben Israelis im Schnitt fast drei Jahre länger als Deutsche. Wie kann ein Land unter ständiger Bedrohung, mit knappen Ressourcen, einem chronischen Ärztemangel und überfüllten Krankenhäusern so weit oben stehen?

 

GESUNDHEITSSYSTEM

Ein Teil der Antwort liegt in der Struktur des israelischen Gesundheitssystems. Seit dem Nationalen Krankenversicherungsgesetz von 1995 ist jeder Einwohner – unabhängig von Einkommen, Herkunft oder...

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Patrick Callahan

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