„Von Jeremia bis Enigma“ titelte im Mai ein vielgelesener Zeitungsartikel. Es ging darum, wie israelische Forschungszentren aus alten, biblischen Verschlüsselungen und chiffrierten Texten neue Technologien für die Cyberabwehr entwickeln. In einem ausführlichen Artikel zeichnete Carmel Shor, ein Doktorand vom Weizmann-Institut in Rehovot, die Entwicklung der Verschlüsselung nach. Die Anfänge sind schon in der Bibel zu finden.
Verschlüsselung ist die Umwandlung einer Schrift in eine verdeckte Information, die am anderen Ende nur der versteht, der den verwendeten Code kennt. Schon in der Bibel wurde dafür der so genannte Atbasch Code benutzt (א-ת ב-ש) ), eine Verschlüsselung, die auf dem hebräischen Alphabet beruht: Der erste Buchstabe, Alef ( א), wird gegen den letzten Buchstaben, Taf ( ת), getauscht, der zweite Buchstabe, Beit ( ב), gegen den vorletzten, Schin ( ש), und so weiter. In Jeremia 51,1 heißt es: „Siehe, ich erwecke wider Babel und die Einwohner, welche im Herzen meiner Widersacher wohnen, einen verderbenden Wind (Geist)“. (הִנְנִי מֵעִיר עַל בָּבֶל וְאֶל ישְׁבֵי לֵב קָמָי רוּחַ מַשְׁחִית) Was in deutschen Übersetzungen mit „Herzen meiner Widersacher“ wiedergegeben wird, heißt...
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