Verteidigungsminister Israel Katz hat Brigadegeneral Hisham Ibrahim zu seinem neuen Militärsekretär ernannt – einer der höchsten Posten im israelischen Verteidigungsapparat. Ibrahim, einer der ranghöchsten drusischen Offiziere der IDF, tritt sein Amt mit sofortiger Wirkung an und folgt auf Generalmajor Guy Markizeno, der vergangene Woche zum Militärsekretär von Premierminister Benjamin Netanjahu berufen wurde.
Vom Zivilverwaltungschef zum engsten Kreis des Ministers
Ibrahim leitete zuletzt die Zivilverwaltung in Judäa und Samaria – jene Behörde des Verteidigungsministeriums, die im Rahmen der Koordinationsstelle für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) weite Teile des zivilen Alltags dort regelt. Die Ernennung erfolgte nach einem persönlichen Gespräch zwischen Katz und Ibrahim sowie auf Empfehlung von Generalstabschef Eyal Zamir. Katz gratulierte Ibrahim und äußerte Zuversicht, dass dieser seine neue Rolle in einer „herausfordernden und bedeutsamen sicherheitspolitischen Phase“ für den Staat Israel erfolgreich ausfüllen werde.
Als Militärsekretär wird Ibrahim Teil des engsten Beraterkreises von Katz und für die laufende Koordination zwischen dem Verteidigungsministerium und der IDF-Führung zuständig sein – ein Posten von erheblichem Einfluss, da der Militärsekretär den Minister in nahezu allen sicherheitsrelevanten Lagebesprechungen begleitet und als zentrale Schnittstelle zur Armee fungiert.
Eine Karriere in der Panzertruppe – und ein symbolischer Aufstieg
Ibrahims militärische Laufbahn führte ihn durch eine Reihe hochrangiger Kommandoposten: Er war Chef der Panzertruppe, kommandierte die 460. und die 205. Brigade und diente als stellvertretender Kommandeur der 91. Division an der Nordgrenze. 2022 übernahm er als einer der ranghöchsten Drusen der Armee die Führung der gesamten Panzertruppe – ein Posten von zentraler Bedeutung für die gepanzerten Verbände Israels.
Die Ernennung eines drusischen Generals in eine der engsten Vertrauenspositionen des Verteidigungsministers ist auch symbolisch bedeutsam. Die drusische Gemeinschaft Israels – konzentriert vor allem im Karmel-Gebiet und auf den Golanhöhen – gilt traditionell als eine der loyalsten Bevölkerungsgruppen gegenüber dem Staat und stellt seit Jahrzehnten überproportional viele Offiziere in Kampfeinheiten der IDF. Drusische Soldaten und Offiziere haben in praktisch jedem Krieg Israels gedient, und ihre Repräsentanz in Führungspositionen wird in Israel oft als Ausdruck des „Blutbündnisses“ zwischen Drusen und Juden gewertet.
Der Wechsel an der Spitze der Militärsekretariate ist Teil einer größeren Rotation: Erst vor wenigen Wochen war Roman Gofman zum neuen Mossad-Chef ernannt worden, woraufhin Markizeno – bis dahin Katz‘ Militärsekretär – zu Netanjahu wechselte. Mit Ibrahims Berufung schließt sich nun die entstandene Lücke im Büro des Verteidigungsministers, mitten in einer Phase, in der Israel an mehreren Fronten gleichzeitig aktiv ist.




