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Tu BiSchwat – eine kleine Pause im Alltag

Ein leiser Feiertag zwischen Alltag, Erinnerung und ein paar Schalen Trockenfrüchte.

Tu BiSchwat
Menschen pflanzen Bäume vor Tu BiSchwat im Kibbutz Malkia im Norden Israels, 31. Januar 2026. Foto: Ayal Margolin/Flash90

Ich hätte Tu BiSchwat dieses Jahr fast vergessen.

Gestern war ein Gastechniker bei uns in der Wohnung und prüfte die Leitungen. Ein ganz normaler Termin, sachlich, routiniert. Mitten in der Arbeit klingelte sein Telefon. Seine Schwester war dran. Man hörte nur seine Seite des Gesprächs, aber das reichte völlig: „Ja, klar, Tu BiSchwat… heute Abend… ich komme.“
Er legte auf, lächelte – und plötzlich war der Feiertag wieder da.

Tu BiSchwat ist genau so ein Feiertag. Es drängt sich nicht auf. Es meldet sich nicht laut. Und manchmal braucht es einen ganz alltäglichen Moment, um sich wieder daran zu erinnern.
Wobei – ganz so still lassen es die Geschäfte dann doch nicht angehen. Schon seit Tagen versuchen sie, uns mit liebevoll zusammengestellten Geschenksets aus Trockenfrüchten und Nüssen an Tu BiSchwat zu erinnern. Hübsch verpackt, reich gefüllt – und natürlich mit dem freundlichen Hinweis, dass man ruhig noch ein wenig zugreifen darf.

Also bin ich dann doch noch kurz losgezogen. Getrocknete Früchte, Nüsse, ein bisschen von allem. Feigen, Datteln, Mandeln – genau das, was man zu Tu BiSchwat auf den Tisch stellt. Man schmunzelt, zahlt ein paar Schekel mehr als sonst und nimmt es mit. So gehört man dazu.

So haben wir den Feiertag begangen: ein paar Trockenfrüchte und Nüsse, schnell gekauft und auf den Tisch gestellt. Foto: Dov Eilon.

Tu BiSchwat ist das Neujahr der Bäume. Ursprünglich ein eher technisches Datum im jüdischen Kalender, wichtig für Landwirtschaft und Erntejahre. Mit der Zeit wurde daraus etwas viel Größeres: ein Tag, an dem man die Verbindung zwischen Mensch und Land feiert. Und in Israel heißt das ganz konkret: Bäume pflanzen.

Früher war Tu BiSchwat für uns fest im Kalender verankert. Ich habe unsere Kinder oft bei Klassenausflügen begleitet, bei denen Bäume gepflanzt wurden. Kleine Schaufeln, große Konzentration, stolz auf jedes Loch im Boden – und am Ende ein junger Baum, der blieb, auch wenn wir längst wieder nach Hause gefahren waren.

Heute denken wir nicht mehr automatisch daran, weil unsere Kinder nicht mehr im Schulsystem sind. Sie sind erwachsen. Unser Alltag hat sich verändert. Umso dankbarer war ich, noch rechtzeitig an Tu BiSchwat erinnert zu werden.

Am Ende standen bei uns ein paar Schalen mit Nüssen und getrockneten Früchten auf dem Tisch. Kein großes Fest. Kein Programm. Nur eine kleine Pause im Alltag.

Tu BiSchwat muss nicht laut sein. Manchmal reicht genau das.

 

Chag Tu BiSchwat Sameach.

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Patrick Callahan

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