Zwischen gefühltem Sieg und wachsender Verunsicherung verläuft heute eine der unsichtbaren Fronten Israels. Während militärische Erfolge messbar sind, bleibt die Frage nach dem Ausgang des Krieges im Bewusstsein der Gesellschaft offen, und genau dort entscheidet sich, wie belastbar ein Land wirklich ist. So zeigt sich, dass die wiederholte Zusage eines „totalen Sieges“ durch Benjamin Netanjahu mit der Realität eines Krieges kollidiert, in dem militärische Erfolge zwar erzielt werden, ein klarer, spürbarer Endzustand für viele jedoch ausbleibt. Dieses Spannungsfeld ist nicht neu. Schon in biblischer Zeit kippt die Stimmung des Volkes Israel trotz unveränderter Realität von Vertrauen in Angst und erinnert daran, dass Sicherheit nicht allein aus eigener Stärke erwächst. Auch heute zeigt sich: Der Krieg wird nicht nur mit Waffen geführt, sondern ebenso im Inneren einer Gesellschaft, zwischen Wahrnehmung, Erwartung und dem Ringen um Vertrauen.
Nach einem starken Anstieg des Siegesgefühls mit Beginn der Operation „Brüllender Löwe“ vor etwa zwei Monaten ist in diesem Monat ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, bereits der zweite in Folge....
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Eine sehr treffende und tiefgründige Analyse von Aviel. Ich kann dieses Gefühl, das beim Fehlend eines ersehnten, konkreten Abschlusses einer kriegerischen Handlung eintritt, sehr gut nachvollziehen. Mir geht es ebenso, ich möchte Israel gestärkt wissen, möchte sehen, wie sich Land und Volk wieder dem Leben in all seinen Facetten widmen können. Aber wie es Aviel auch schon oft geschrieben hat; immer, wenn Israel auf der Siegesstrasse ist, wird es zurück gepfiffen, von der UNO oder noch schlimmer, vom grossen Verbündeten USA, muss sich auf Waffenstillstände einlassen. Und immer wieder muss dann mit angesehen werden, wie der Feind die Zeit von Waffenstillständen dazu nutzt, sich zu reorganisieren, neu auf- und auszurüsten und so kaum in die Knie gezwungen werden kann.
Die Erlsöung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein kontinuierlicher, machmal auch Geduld erfordernder Prozess. Oft ist es so, dass Erfolge, die schnell erzielt werden, auch nur kurzzeitig wirken, wobei diese Wrikung bald wieder nachlässt und verblasst. Bei kontinuierlichen Siegen bleibt das Ergebnis dagegen langfristig und die Anstrengungen lohnen sich dauerhaft und es lässts sich darauf aufbauen.
Auch der Kampf zwischen Mose und dem Pharao zog sich aus Sicht vieler Hebräer unerträglich lange hin und die Ergebnisse waren nicht immer sichtbar, teilweise erging es ihnen durch das Wirken von Mose sogar kurzfristig schlechter. Dafür konnten sie Ägypten dann endgültig verlassen.
Dass Israel den Krieg gegen den Iran und seine Ableger gewinnt, steht schon fest, denn das Übel des Jihadismus wird vollständig ausgerottet und alle Aggressoren weltweit beseitigt oder in die Schranken gewiesen. Es ist nur eine Frage der Zeit und in solchen Phasen liegt immer auch ein Prüfung. Wenn es mal abwärts geht heißt das, dass es bald auch wieder aufwärts geht.