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Tacheles mit Aviel – „Der Rüpel der Nachbarschaft“

Tacheles, offen und unverblümt sage ich meine Meinung. Aus der Ferne sieht es so aus, als ob Israel „durchdreht oder verrückt spielt“.

Die Rüpel der Nachbarschaft. Foto: Michael Giladi/Flash90

Israel bombardiert ununterbrochen in Beirut, im Gazastreifen, zwischendurch im biblischen Kernland Judäa und Samaria wie in den palästinensischen Städten Tulkarem, Jenin oder Nablus. Weiter entfernt von Israel werden Ziele der „schiitischen Achse des Bösen“ in Syrien, im Irak, im Jemen und sogar im Iran angegriffen. Ja, de facto führt Israel in diesen Tagen einen Krieg an sieben aktiven Fronten – dem Gazastreifen, Judäa und Samaria, Libanon, Syrien, Irak, Jemen und Iran. Ich kann gut verstehen, dass die Menschen im Ausland wirklich keine Ahnung haben und wahrscheinlich nur hören, dass Israel hier und da im Nahen Osten wie verrückt bombardiert. Es sieht so aus, als ob Israel im Moment wieder der Rüpel in der Nachbarschaft ist. Wunderbar! Die Situation Israels erinnert mich immer wieder an Bob Dylans Song „Neighborhood Bully“ von 1983 – „Der Rüpel in der Nachbarschaft“.

Dylan schrieb das Lied während des ersten Libanonkrieges 1982, als der Norden Israels unter massiven Raketenbeschuss der PLO geriet und Israel deshalb in den Libanon einmarschieren musste. Ein Szenario von vor über 40 Jahren, das sich nun wiederholt und Israel erneut zum Rüpel in seiner Nachbarschaft macht, denn „er ist nur ein Mann. Seine Feinde sagen, er sei in ihrem Land. Sie sind ihm eine Million zu eins überlegen. Er kann nirgendwohin fliehen, nirgendwohin fliehen. Er ist der Rüpel der Nachbarschaft“.

Ohne die Situation im Nahen Osten wirklich zu verstehen, schreien westliche Politiker nach jedem israelischen Schlag reflexartig nach Waffenstillstand und Deeskalation im Nahen Osten. Ich glaube, keiner von ihnen versteht wirklich, wie Israel die einmalige Chance nutzen will, das strategische Gleichgewicht im Nahen Osten zu verändern. Das hat fundamentale Folgen für die Region und ist für Israel lebenswichtig. Es stimmt, dass Israel damit ein enormes Risiko eingeht, aber dieses Risiko liegt letztlich auch im Interesse der freien westlichen Welt, oder nicht?

Alle haben immer die besten Ratschläge für Israel parat, wie man den palästinensischen Terror bekämpft und wie man die schiitische Terrormiliz in Beirut angreift. Nicht nur das, auch in Bezug auf den bevorstehenden Angriff Israels auf den Iran wird Israel von allen Seiten geraten, wie und was es im Iran bombardieren soll und was nicht. Alle im Ausland raten davon ab, den Iran anzugreifen. Warum? Wenn es diesmal eine echte Chance gibt, die iranische Atomgefahr zu vernichten oder zumindest drastisch zu reduzieren, dann ist das doch auch im Interesse des Westens – so denke ich jedenfalls. Ja, aber dazu braucht es Mut, und den hat die israelische Armee in den letzten drei Wochen wiedergefunden. Anstatt Israel zu unterstützen und zu ermutigen, machen westliche Politiker genau das Gegenteil.

Der französische Präsident Emmanuel Macron fordert eine friedliche Lösung des Gaza-Konflikts und schlägt deshalb einen Stopp der Waffenlieferungen an Israel vor. „Es ist vorrangig, eine politische Lösung zu finden und die Waffenlieferungen für Israels Kämpfe im Gazastreifen zu stoppen“, sagte Macron dem Radiosender France Inter. „Macron sollte sich schämen“, sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gestern Abend vor laufender Kamera. „Was für eine Schande. Israel wird mit oder ohne seine Unterstützung siegen“, fügte Netanjahu hinzu. Dabei hat der UN-Menschenrechtsrat immer wieder einen Stopp der Waffenlieferungen an Israel gefordert. Was will man eigentlich von Israel, dass nur Israels Feinde Waffen haben dürfen und Israel nicht?

Auch US-Präsident Joe Biden sagte, wenn er an Israels Stelle wäre, würde er sich für eine diplomatische Lösung im Nahen Osten einsetzen. Okay, die USA stehen kurz vor den Wahlen im November und wenn jetzt ein Krieg ausbricht, ist das nicht gut für seine Demokratische Partei. Mag sein, aber das ist nicht unser Problem. Israel kämpft einen existenziellen Krieg und wenn Israel diesen Krieg nicht mit einem Knockout gewinnt und damit seine Abschreckungsstrategie im Nahen Osten zurückgewinnt, dann wird Israel das Land verlieren. In Amerika verlieren Joe Biden und Kamala Harris höchstens die Wahlen.

Und in Deutschland kritisiert Bundesaußenministerin Annalena Baerbock gerne israelische Regierungsmitglieder und die jüdischen Siedler, die für sie alles Böse in der Region und im Konflikt sind. Zudem postet Baerbock auf Instagram auch Ratschläge, mit welchen Taktiken und Methoden Israel den palästinensischen Terror nicht bekämpfen sollte, „keine Zerstörung von Häusern und Straßen“ wäre besser. Mal unter uns: Was weiß Baerbock besser über Terrorbekämpfung als Israel? Ihre Ratschläge, wie auch die anderer westlicher Politiker, wollen von Israel nur eines: Zurückhaltung und strategische Ruhe. Niemand macht Israel konstruktive Vorschläge, wie man die Hamas, die Hisbollah und den Iran besiegen kann.

Ist es nicht Israel, das die westlichen Werte der Freiheit, der Demokratie und der Bibel mit dem christlichen oder westlichen Europa teilt? Israel lebt und existiert in einem anderen Umfeld als das westliche und „höfliche“ Europa. In unserer Nachbarschaft im Nahen Osten ist der Staat Israel ein Außenseiter, weil er kein islamischer Staat wie alle anderen Länder in der Region ist. Und um in dieser Nachbarschaft zu überleben, muss man manchmal ein Rüpel sein. Und das ist sogar biblisch. Aber für den politisch korrekten Westen ist ein Rüpel nicht korrekt, nicht menschlich, nicht biblisch – aber nur solange es sie nicht persönlich betrifft.

Deshalb hat Israel derzeit keine andere Wahl, als ein Rüpel in seiner Nachbarschaft zu sein, wie es Bob Dylan in seinem Lied „Neighborhood Bully“ von 1983 schreibt.

 

„Der Rüpel aus der Nachbarschaft ist nur ein Mann. Seine Feinde sagen, er sei auf ihrem Boden. Sie sind ihm eine Million zu eins überlegen. Er kann nirgendwohin fliehen, nirgendwohin fliehen. Er ist der Rüpel in der Nachbarschaft.“

„Der Rüpel der Nachbarschaft, er lebt nur, um zu überleben. Er wird kritisiert und verurteilt, weil er lebt. Er soll sich nicht wehren, er soll ein dickes Fell haben. Er soll sich hinlegen und sterben, wenn seine Tür eingetreten wird. Er ist der Rüpel der Nachbarschaft“.

„Der Rüpel wurde aus jedem Land vertrieben. Er ist auf der Erde umhergewandert, ein Mann im Exil. Sah seine Familie verstreut, sein Volk gejagt und zerrissen. Er steht immer vor Gericht, nur weil er geboren wurde. Er ist der Rüpel der Nachbarschaft.“

„Nun, er schlug einen Lynchmob nieder, er wurde kritisiert. Alte Frauen verurteilten ihn, sagten, er solle sich entschuldigen. Dann zerstörte er eine Bombenfabrik, niemand war froh. Die Bomben waren für ihn bestimmt. Er sollte sich schlecht fühlen. Er ist der Rüpel der Nachbarschaft.“

„Nun, die Chancen stehen schlecht, und die Wahrscheinlichkeit ist gering. Dass er nach den Regeln lebt, die die Welt für ihn macht. Denn es gibt eine Schlinge an seinem Hals und eine Waffe in seinem Rücken. Und eine Lizenz zum Töten wird jedem Wahnsinnigen erteilt. Er ist der Rüpel der Nachbarschaft.“

„Nun, er hat keine Verbündeten, von denen man sprechen könnte. Was er bekommt, muss er bezahlen, er bekommt es nicht aus Liebe. Er kauft veraltete Waffen und lässt sich nicht abweisen. Aber niemand schickt Fleisch und Blut, um mit ihm zu kämpfen. Er ist der Rüpel der Nachbarschaft.“

„Nun, er ist umgeben von Pazifisten, die alle Frieden wollen. Sie beten jede Nacht, dass das Blutvergießen aufhören möge. Aber sie würden keiner Fliege etwas zuleide tun. Um eine zu verletzen, würden sie weinen. Sie liegen da und warten, dass der Tyrann einschläft. Er ist der Rüpel der Nachbarschaft.“

„Alle Reiche, die ihn versklavt haben, sind verschwunden. Ägypten und Rom, selbst das große Babylon. Er hat sich einen Paradiesgarten im Wüstensand geschaffen. Mit niemandem im Bett, unter niemandes Befehl. Er ist der Rüpel der Nachbarschaft.“

„Jetzt sind seine heiligsten Bücher mit Füßen getreten worden. Kein Vertrag, den er unterzeichnete, war mehr wert als das, worauf er geschrieben stand. Er nahm die Krümel der Welt und verwandelte sie in Reichtum. Er nahm Krankheit und Seuche und verwandelte sie in Gesundheit. Er ist der Rüpel der Nachbarschaft.“

„Was ist man ihm schuldig? Nichts, sagen sie. Er macht nur gern Krieg. Hochmut und Vorurteil und Aberglaube. Sie warten auf diesen Tyrannen wie ein Hund auf sein Futter. Er ist der Rüpel der Nachbarschaft“.

„Was hat er getan, dass er so viele Narben trägt? Hat er den Lauf der Flüsse verändert? Macht er den Mond und die Sterne schmutzig? Der Rüpel der Nachbarschaft, der auf dem Hügel steht Die Uhr tickt, die Zeit steht still. Rüpel der Nachbarschaft“.

 

About the author

Patrick Callahan

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5 Kommentare zu “Tacheles mit Aviel – „Der Rüpel der Nachbarschaft“”

  1. j-glaesser sagt:

    Römer 11:
    25 Ich will euch, Brüder und Schwestern, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist. 26 Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: »Es wird kommen aus Zion der Erlöser; der wird abwenden alle Gottlosigkeit von Jakob. 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.« 
    Jetzt stellt sich die Frage: Wer hat Interesse am Wiederkommen des Messias – oder wer möchte das Wiederkommen verhindern!

  2. Georg Lutter sagt:

    Israel bleib stark.! Nur Israelis können die Situation beurteilen. Inkompetente Politiker, voran Baerbok/Macron müssen wenigstens verbal in ihre Schranken verwiesen werden.

  3. Kurt Schneiter sagt:

    Lasst die Leute doch reden. Wenn man sieht wer es ist, der hier redet, dann sieht man, sie müssen reden weil sie sonst nichts erreichen. Vorallem wenn man nach Frankreich schaut, oder in Deutschland. Es gibt ein Sprichwort und das heisst, „Wisch zuerst vor deiner eigenen Tür!“
    Das wünsch ich denen und Israel, ihr macht sicherlich das Richtige und weiter so, wir beten für Euch!

  4. Richard Steinmann sagt:

    Israel, lass dich von diesen westlichen Inkompetenten und rein auf sich Denkenden nicht ein. Dieser westliche Sumpf ich unwuerdig, sonst wuerde man nicht solche Aussagen taetigen. Ohne diesem Iranischen Verrueckten koennte man im Nahen Osten wohl etwas besser in Frieden leben. Ich stehe hinter Israel.

  5. reinharko sagt:

    @Aviel, top Artikel, und ich würde es mir wünschen, dass D das folgende Lied beherzigen würde (jetzige Regierung tuts leider nicht)

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