Am 12. Mai 2025, dem 14. Ijar im jüdischen Kalender, wird Israels Präsident Isaac Herzog zu einem eintägigen Staatsbesuch in Berlin erwartet. Es ist ein symbolträchtiger Termin: Vor genau 60 Jahren nahmen Israel und Deutschland diplomatische Beziehungen auf – ein Schritt, der damals für viele unvorstellbar schien. Heute ist daraus eine enge Partnerschaft geworden, geprägt von Dialog, Verantwortung und gemeinsamer Zukunft.
Herzog wird mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem neuen Bundeskanzler Friedrich Merz zusammentreffen. Auch Gespräche mit weiteren führenden Vertretern der Bundesregierung stehen auf dem Programm. Bei einem offiziellen Empfang im Schloss Bellevue soll das Jubiläum der bilateralen Beziehungen gewürdigt werden.
Ein besonders stiller Moment erwartet die beiden Präsidenten am Mahnmal „Gleis 17“ am Bahnhof Berlin-Grunewald – von dort wurden Tausende Berliner Juden während der Schoah in die Vernichtungslager deportiert. Hier werden Herzog und Steinmeier nicht nur Kränze niederlegen, sondern auch mit über 100 deutschen und israelischen Jugendlichen ins Gespräch kommen. Es geht um Erinnerung, um Verantwortung – und um die Frage, wie man gemeinsam in eine bessere Zukunft gehen kann.
Doch der Blick richtet sich nicht nur zurück. In den Gesprächen wird auch das Schicksal der israelischen Geiseln in Gaza Thema sein. Die Bemühungen um ihre Freilassung bleiben ein zentrales Anliegen Jerusalems. Ebenso geht es um konkrete Kooperationsprojekte – etwa in den Bereichen Sicherheit, Technologie und Bildung.
Direkt im Anschluss an den Besuch in Berlin wird Präsident Herzog gemeinsam mit seinem deutschen Amtskollegen nach Israel zurückkehren. Der Gegenbesuch von Steinmeier ist nicht minder bedeutungsvoll: Geplant ist unter anderem ein Besuch im Kibbutz Be’eri – jener Ort, der am 7. Oktober 2023 von Hamas-Terroristen brutal überfallen wurde.

Bereits kurz nach dem Massaker waren beide Präsidenten gemeinsam dort – nun kehren sie zurück, als Zeichen der Solidarität.
Zum Abschluss der Visite wird Präsident Herzog seinem Amtskollegen die höchste Auszeichnung des Landes überreichen: die Präsidentenmedaille für Verdienste um den Staat Israel. Auch ein Besuch der neuen Nationalbibliothek in Jerusalem steht auf dem Programm.




