Sold für unsere Soldaten bleibt, wie er ist

Unsere jungen wehrpflichtigen Soldaten könnten ein paar Schekel mehr gut gebrauchen. Leider denkt man in der Armee anders und kümmert sich lieber um die ehemaligen Berufssoldaten und verlässt sich auf uns Eltern, unsere Kinder weiter zu unterstützen.

Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Gute Morgen liebe Leser!

Bevor unser ältester Sohn damals seinen Armeedienst antrat, hatte  er das Glück, ein paar Monate Zeit zu haben, um etwas Geld zu verdienen. Er war noch nicht einmal 18 Jahre alt, als er die Schule beendete und hatte daher im Vergleich zu einigen seiner Schulkameraden, die älter waren als er,  etwas mehr Zeit bis zum Beginn des Armeedienstes. So konnte er einige Monate in einem Café in unserem Einkaufszentrum hier in Modiin arbeiten, während seine Freunde schon den damals noch drei Jahre dauernden Militärdienst begannen (heute sind es „nur“ noch 2 Jahre und 8 Monate).

Im Café verdiente er den Mindestlohn, fast 30 Schekel pro Stunde. Das klingt nicht viel, aber es gelang unserem Sohn dennoch nach ein paar Monaten, bis kurz vor dem Beginn seiner Armeezeit, einige tausend Schekel „auf die hohe Kante zu legen“. Das war sehr wichtig, denn als Wehrpflicht-Soldat verdiente man damals, also im Jahr 2013, noch nicht sehr viel Geld. Ganze 350 Schekel im Monat betrug der Sold der Soldaten. Man dachte wohl, dass der wehrpflichtige Soldat nicht mehr bräuchte, schließlich kümmerte sich die Armee doch um alles, Kleidung, Unterkunft und Essen. Zig Jahre lang war der Sold der Soldaten sehr niedrig. Es waren dann die Eltern, die sich um die weiteren Bedürfnisse ihrer Kinder kümmern mussten. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich unserem ältesten Sohn zu jedem Beginn der neuen Woche 50 Schekel gab, mit denen er sich Kleinigkeiten vom Kiosk in der Basis kaufen konnte. Und hin und wieder gab es am Wochenende auch mal einen Hunderter.

Nach drei Jahren Wehrpflicht war die Zeit der Knappheit dann vorbei, unser Sohn hängte noch anderthalb Jahre als Berufssoldat in seiner Einheit an, wo er dann endlich ein ganz anständiges Gehalt verdiente.

Unsere jungen Soldaten könnten ein paar Schekel mehr gut gebrauchen

Als unsere Tochter ihren Armeedienst begann, war dann schon alles anders. Der Sold der Soldaten wurde mehr als verdoppelt. Plötzlich schien jemand verstanden zu haben, dass man mit 350 Schekeln im Monat nicht viel machen kann. Unsere Tochter bekam dann stattliche 850 Schekel im Monat. Mit dem Mindestgehalt, das heute 5300 Schekel im Monat beträgt, ist das natürlich immer noch nicht zu vergleichen, aber der Unterschied zu unserem Sohn mit seinen spärlichen 350 Schekeln war deutlich bemerkbar. Kampfsoldaten bekamen übrigens deutlich mehr bezahlt, um die 1600 Schekel im Monat.

Auch unser jüngster Sohn, der gerade mitten in seinem Armeedienst ist, „verdient“ immerhin etwas mehr als 1000 Schekel im Monat. Er bekommt etwas mehr als der normale Sold von 850 Schekeln, da er in den sogenannten „Gebieten“ dient, also in Judäa und Samaria. Auch er konnte vor der Armeezeit ein paar Monate arbeiten und begann seinen Dienst mit einem kleinen finanziellen Polster, das er sich durch die Arbeit angespart hatte. 1000 Schekel sind zwar ganz nett, aber große Sprünge lassen sich in einem teuren Land wie Israel eben nicht machen. Ja, auch bei ihm darf Papa gerne etwas dazugeben.

Und warum erzähle ich Ihnen das überhaupt? Unsere neue „Regierung des Wandels“ hatte bei den Gesprächen über den neuen Staatshaushalt auch angedeutet, den Sold der wehrpflichtigen Soldaten um 50 Prozent zu erhöhen. Das hätte dem Verteidigungsministerium um die 800 Millionen Schekel gekostet. Doch am Ende wurde dieser Punkt aus dem Staatshaushalt genommen. Doch stattdessen wurde nun beschlossen, die Pensionszahlungen der Berufssoldaten zu erhöhen. Dafür wurden 1.1 Milliard Schekel bereitgelegt. Diese Entscheidung wurde von vielen scharf kritisiert. Denn ehemalige Berufssoldaten bekommen schon jetzt eine sehr gute Rente, und das schon ab einem Alter von 45 Jahren, denn Berufssoldaten beenden normalerweise in diesem Alter ihren aktiven Dienst.

Motivation ist wichtig für den Armeedienst

Unsere jungen wehrpflichtigen Soldaten hätten es wirklich verdient, etwas mehr Geld zu bekommen, denn die Pensionäre der Armee kommen auch ohne die Erhöhung der Pension sehr gut klar. Allerdings ist hier das letzte Wort noch nicht gesprochen worden, da es da ein juristisches Problem geben soll. Denn eigentlich sollte eine Erhöhung der Rente nur in bestimmten Fällen erfolgen und persönlich für jeden einzelnen ehemaligen Berufssoldat genehmigt werden, doch in der Armee beschloss man, diese Erhöhung generell allen ehemaligen Berufssoldaten zu genehmigen. Nun muss sich das Oberste Gericht mit dieser Sache befassen, ich bin gespannt. Ich denke, man sollte sich mehr um das Wohl der jungen Soldaten kümmern. Das wäre auch gut für die Motivation, in der Armee zu dienen. Und auch für die Eltern wäre es eine Erleichterung. Denn das Leben in Israel wird momentan immer teurer.

So, nun habe ich mich genug beschwert, es ist Zeit für das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt bis heiter mit einem leichten Rückgang der Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 29 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 37 Grad, Beersheva 33 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist weiter gesunken und liegt jetzt bei – 210,005 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 1,205 Meter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Montag und eine gute neue Woche. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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