Parkplatznot und hohe Preise

Endlich haben wir wieder Zeit für die alltäglichen Probleme im Land

Foto: Shutterstock

Guten Morgen liebe Leser!

Jetzt, wo wir die 4. Coronawelle wohl hinter uns haben, haben wir endlich wieder Zeit, uns mit den „normalen“ Problemen des täglichen Lebens zu befassen. Und von denen gibt es hier bei uns in Israel mehr als genug. Zwei dieser Probleme werden seit dieser Woche in den Medien wieder besonders hervorgehoben. Dabei handelt es sich nicht um neue Probleme, im Gegenteil, es sind alte Probleme, für die wir noch immer keine Lösung gefunden haben, die Parkplatznot in Tel Aviv und die hohen Preise im Land.

Ich persönlich fahre nicht gerne mit dem Auto nach Tel Aviv. Da wir aber meistens an einem Freitag nach Tel Aviv fahren, um unseren Sohn zu besuchen, haben wir keine andere Wahl, den an diesem Tag fahren keine Züge von Modiin und auch die Busse stellen wegen des Schabbatbeginns den Betrieb am frühen Nachmittag ein. Früher habe ich noch versucht, einen normalen Parkplatz am Straßenrand zu ergattern, dafür war mein Sohn vor unserem Eintreffen immer auf der Suche nach einem Platz, den er dann versuchte, freizuhalten, bis wir ankamen. Das hat natürlich nicht immer geklappt und war mit viel Stress verbunden. Heute habe ich einfach aufgegeben und suche einen Platz in einem Parkhaus, was am Freitag auch nicht immer einfach ist. Letzten Monat war mir dann alles egal und ich fuhr sofort zum teuersten Parkhaus gleich in der Nähe unseres Sohnes. 120 Schekel hatte mir der Spaß gekostet, aber es war mir egal.

Die Bürger von Tel Aviv, darunter auch noch unser Sohn (bis er bald nach Modiin ziehen wird), haben gelernt, mit der Parkplatznot zu leben. Darüber hatte ich Ihnen auch schon einmal geschrieben, es gibt WhatsApp Gruppen, in denen man sich gegenseitig über frei werdende Parkplätze informiert. Im Haus unseres Sohnes gibt es einige glückliche Nachbarn, die einen eigenen zum Haus gehörenden Parkplatz haben. Wenn einer von ihnen dann zur Arbeit fährt, informiert er seine Nachbarn, dass sein Platz für eine bestimmte Zeit frei sein wird. Ein anderer Nachbar und Parkplatzeigentümer ist so nett und hält mit seinem Auto einen Parkplatz am Straßenrand für einen Nachbarn frei, wenn dieser zur Arbeit fährt. Andere Tel Aviver lösen das Parkplatzproblem damit, dass sie ihr Auto einfach stehenlassen, um den Parkplatz nicht zu verlieren. Das Auto ist also nur dafür da, den Parkplatz zu halten, absurd.

Auch das ist eine Lösung für die Parkplatznot

Und nun zum nächsten Problem, die hohen Preise. Nachdem man uns in den Medien auf Preiserhöhungen in vielen Gebieten des täglichen Lebens vorbereitet hatte, wurden gestern in den Abendnachrichten von „Channel 12“ die Preise von Lebensmitteln in Israel mit denen in einigen Städten im Ausland verglichen. Fast alles ist hier bei uns doppelt so teuer. Es ist ein altes Problem, dass man nicht in den Griff bekommen zu scheint. Auch die Massendemonstrationen in Jahr 2011 haben eigentlich nichts gebracht. Der Preis für den Cottage Käse, der die Demonstrationen damals ausgelöst hatten, ist allerdings relativ niedrig geblieben. Aber dennoch gibt es besonders bei den Milchprodukten enorme Preisunterschiede. Während wir für einen Liter Milch fast 6 Schekel bezahlen müssen, kostet der Liter Milch in Deutschland um die 80 Cent, also knapp 2.90 Schekel. Ein weiteres Beispiel in der gestrigen Reportage war Actimel. Bei uns kostet die Achterpackung um die 20 Schekel und mehr, in Deutschland gibt sie für weniger als 2 Euro, also um die 7 Schekel. Und so geht es weiter im Vergleich. Es gab nichts, was hier bei uns billiger ist als in Deutschland.

In israelischen Supermärkten fehlt es an nichts, aber es ist teuer.

Seit gestern ist alles noch teurer geworden. So kostet Einweggeschirr aus Plastik jetzt doppelt so viel, was natürlich gut für die Umwelt ist, aber dennoch für viele ein Problem ist, besonders die orthodoxen Familien benutzen sehr viel Einweggeschirr. Und auch gesüßte Getränke sind jetzt deutlich teurer geworden, auch das für unsere Gesundheit. Damit kann ich leben. Aber es gibt Gerüchte, dass auch die Steuer an die Stadt erhöht werden und der Strom mehr kosten soll. Und das ist alles andere als nett. Und von dem ebenfalls gestern besonders teuer gewordenen Benzin rede ich erst gar nicht.

Aber trotz allem liebe ich unser Land. Ich höre jetzt auf, mich zu beschweren. Und nun das Wetter.

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt ohne besondere Veränderungen der Temperaturen. Am Vormittag können im Norden und an der Küste einige regentropfen fallen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 22 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 23 Grad, Tiberias am See Genezareth 29 Grad, am Toten Meer 29 Grad, Beersheva 28 Grad, Eilat am Roten Meer 29  Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei – 210,475 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 1,675 Meter bis zur oberen Grenze.

Und nun wünsche ich Ihnen im Namen aller meine Kollegen von Israel heute einen wunderbaren Dienstag, Sie wissen ja, Dienstag gilt als ein besonders guter Tag. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

 

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