Öllampen aus der Zeit Jesu erinnern an die Zehn Jungfrauen

„Diese Öllampen sind ein einmaliges Andenken an die biblische Zeit“

von Aviel Schneider |

Vorgestern waren wir wieder in der Jerusalemer Altstadt bei Lenny Wolfe, um weitere Öllampen für unsere Leser auszusuchen. Dieses Mal galt unser Augenmerk den schönsten Öllampen aus der Zeit Jesu. Auch mein Vater, der Gründer des Israel Heute-Werks, hatte eine fast vollständige, inspirierende Sammlung von Öllampen in seinem Arbeitszimmer, angefangen von der Zeit Abrahams bis zur römischen Zeit im Heiligen Land.

Da saßen wir nun, auf Lennys Sofa, umgeben von Krügen, Öllampen aus allen Epochen, Töpfen, Scherben, Münzen und unzähligen anderen archäologischen Funden aus der Zeit Abrahams bis zur byzantinischen Zeit. Wir unterhielten uns über Jerusalem in der heutigen und der damaligen biblischen Zeit. Nichts hat sich geändert, darin waren wir uns einig. Politisch und geistlich erzeugt die Stadt eine ständige Spannung zwischen den Menschen.

Und dann erinnerte mich Lenny an die Geschichte der Zehn Jungfrauen aus dem Neuen Testament. Im Gleichnis von den fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen, das in Matthäus 25 geschrieben steht, dreht es sich um genau diese Öllampen. „Alsdann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleichen, die sich mit ihren Lampen in der Hand zur Einholung des Bräutigams aufmachten.“

Dank dieser Lampen konnte man überall, wo man hinging, Licht mitnehmen. Die Öllampen, die zur Zeit Jesu vom Volk Israel benutzt wurden, werden nach König Herodes „herodianische Öllampen“ genannt. Die Öllampe selbst ist aus Ton und wurde auf einer Töpferscheibe geformt. Ein Docht aus Flachsfasern oder Binsenschnüren wurde in den Schnabel gelegt, und dann wurde die Lampe mit Olivenöl gefüllt. Wenn der Docht sich mit Öl vollgesaugt hatte, wurde die Lampe angezündet.

Jahrtausendelang haben die Menschen im Land Israel Lichtquellen dieser Art in ihren Zelten und Häusern genutzt. „Diese Öllampen sind ein einmaliges Andenken an die biblische Zeit. Sie haben einen kostbaren Mehrwert, sie sind echt“, unterstrich Lenny. Touristen kaufen üblicherweise als Souvenir alle möglichen Replikas im Heiligen Land, doch die sind meistens Made in China. „Ein echtes Stück Geschichte wie eine Münze oder Öllampe aus der Zeit Jesu in Jerusalem ist eigentlich billiger als viele meinen. Vor allem wenn man die Jahrtausende unter der Erde mitberechnet, wo die Öllampen oder Münzen gelagert waren“, so Lenny.

Lenny gilt auf seinem Gebiet als lebende Legende im Land. Er überprüft jedes Stück Geschichte genaustens, bevor er die Echtheit garantieren kann. Während wir noch zusammensaßen, trat plötzlich ein älterer Araber in seine Wohnung ein und leerte vor uns zwei braune Plastiktüten auf dem Tisch aus. Ungefähr zehn verschiedene Öllampen aus verschiedenen Epochen in Eretz Israel kamen zum Vorschein. Jede einzelne Öllampe wurde mithilfe bestimmter Tricks und Techniken von Lenny unter die Lupe genommen. „Ich habe viele christliche Freunde in Nordamerika, die über die Jahre hinweg archäologische Töpferwaren oder Münzen aus biblischer Zeit bei mir erworben haben. Nun möchte ich auch Christen in Europa Öllampen aus biblischer Zeit zukommen lassen, nicht nur den Amerikanern. Das ist nicht zu gut, um wahr zu sein, sondern dies ist wirklich wahr: Die Öllampen aus der Zeit Jesu.“

Herodianische Öllampe

 

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