Nichts Neues unter der Sonne

Kann man wirklich jüdischen “Extremisten” die Schuld geben, wenn die Palästinenser nur auf einen Vorwand gewartet haben?

Nichts Neues unter der Sonne
Abed Rahim Khatib/Flash90

Die Ereignisse in Israel in der letzten Woche und insbesondere in den letzten 24 Stunden erinnern stark an die im September 2000, als der damalige Oppositionsführer Ariel Scharon auf den Tempelberg ging und damit angeblich die zweite Intifada auslöste.

Angeblich deshalb, weil wir heute wissen, dass die Palästinenser einen größeren Ausbruch von Gewalt akribisch geplant und vorbereitet hatten. Sie brauchten nur einen Auslöser, und Scharon lieferte ihn.

Einige Stimmen argumentieren, dass Scharon, genau wie die jüdischen Nationalisten, die heute versuchen, die Kontrolle über zwei Wohnhäuser in Sheikh Jarrah zu erlangen, den Palästinensern nicht den Vorwand hätte liefern dürfen, den diese suchten. (Siehe: Was hat den Ärger in Jerusalem ausgelöst?)

Aber das wirft zwei Fragen auf:

  1. Müssen Israelis in ihrem eigenen Land sich wie auf dünnem Eis bewegen?
  2. Soll die Rechtsstaatlichkeit ausgesetzt werden, wenn klar ist, dass die Anwendung des Gesetzes einen gewalttätigen palästinensischen Wutanfall auslösen wird? (Die Gerichte haben entschieden, dass die Sheikh Jarrah Grundstücke in der Tat in jüdischem Besitz sind. Auch tat weder Scharon noch irgendein anderer Jude mit dem Besuch des Tempelberges etwas illegales).

Es ist kein Geheimnis, dass die Hamas und andere palästinensische Gruppen nur auf die fadenscheinigsten Rechtfertigungen warten, um Gewalt gegen Israel zu entfesseln, sogar auf Kosten ihrer eigenen Leute. Es ist auch kein Geheimnis, dass sie in der Lage sind, breite Unterstützung aufzubringen und ein besorgniserregendes Maß an Gewalt unter israelischen Arabern zu schüren. (Siehe: Muslime entweihen Synagogen in Zentralisrael)

Das sind ernste Grundprobleme, die durch jahrzehntelange Gespräche, Verhandlungen und Zugeständnisse nicht gelöst werden konnten und die nach wie vor unüberwindbare Hindernisse für ein tragfähiges Friedensabkommen mit Endstatus darstellen.

Gleichzeitig möchte die Mehrheit der Israelis einfach nur einen Anschein von Frieden und Ruhe bewahren und mit ihrem Leben weitermachen. Sie mögen es nicht, wenn ihre Ehemänner, Väter und Kinder in den Krieg einberufen werden. Manche werfen den Politikern vor, dass sie “Provokationen” von Hardlinern, so legal sie auch sein mögen, zulassen, um die palästinensische Unnachgiebigkeit zu entlarven, weil der Preis für alle Beteiligten Blut sein wird.

Aber wenn die Hamas und die palästinensischen Elemente, die jetzt daran beteiligt sind, das Land in Brand zu setzen, sich nicht durch Gespräche und Zugeständnisse mäßigen lassen und sich von den hohen Kosten eines Krieges nicht beeindrucken lassen, was kann man dann tun? Es scheint, dass den Israelis nur zwei andere Optionen bleiben:

  1. Auf Zehenspitzen versuchen, die palästinensischen roten Linien zu umgehen, auf die Gefahr hin, dass dies Israels Feinde ermutigt, diese roten Linien weiter zu auszudehnen; oder
  2. Kapitulieren.

Beides ist unhaltbar und eine Bedrohung für das zionistische Unterfangen.

Viele orthodoxe Juden glauben, dass Israel das Land nicht vollständig kontrollieren wird und kann, bis der Messias kommt. Einige bestehen darauf, dass es aus diesem Grund ein Fehler war, einen “Staat Israel” zu gründen, aber das ist ein anderes Thema der Diskussion. Die Ereignisse der letzten Woche zeigen erneut, dass Israels Souveränität im Heiligen Land unsicher sein kann, also haben diese Rabbiner vielleicht mehr Recht, als wir zugeben möchten.

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