
Hallo, liebe Leser von Israel Heute! Schon wieder ist eine Woche vergangen, seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Immer wieder staune ich, wie schnell die Zeit vergeht. Der August und auch der Sommer neigen sich dem Ende entgegen.
Für mich als Vater von erwachsenen Kindern uninteressant geworden ist die Tatsache, dass in drei Tagen das neue Schuljahr beginnt. Allerdings nicht überall, denn Traditionen werden bei uns in Israel bewahrt. So auch die Tradition der Drohung eines Streiks in den Schulen. Denn es gibt für die Lehrer keinen besseren Zeitpunkt als der Beginn des neuen Schuljahres, um über ein besseres Gehalt zu verhandeln. Die Forderung nach einer bedeutenden Gehaltserhöhung für die Lehrer ist gerechtfertigt. Besonders die neuen Lehrer verdienen viel zu wenig. Und da es sich nicht lohnt, als Lehrer zu arbeiten, wird schon jetzt ein akuter Mangel an Lehrkräften beklagt. Und daher werden die Schüler der Oberstufe vielleicht eine Verlängerung der Sommerferien bekommen.
Gestern war ich endlich wieder einmal in unserem Büro in Jerusalem. In zweieinhalb Wochen haben wir das jüdische Neujahr, daher war es Zeit für eine Redaktionssitzung, um über die Themen der nächsten Ausgabe des Israel Heute Magazins zu sprechen und viele andere Dinge. Es war nett, die Kollegen zu sehen, mit denen wir täglich online zusammenarbeiten. Und nach unserem Treffen war es klar, dass ich meinen Besuch in Jerusalem für einen neuen Spaziergang in der Stadt nutzen werde, bei dem Ihr natürlich wieder mit dabei sein könnt. Diesmal entschied ich mich für einen kurzen Bummel über die Mamilla-Einkaufsstraße.

Die Mamilla-Einkaufsstraße ist das einzige Einkaufszentrum unter freiem Himmel in Jerusalem. Sie liegt nordwestlich des Jaffa-Tors und besteht aus einer 610 Meter langen Fußgängerzone mit 140 Geschäften, Restaurants und Cafés. Der Mamilla-Komplex wurde vom Architekten Moshe Safdie entworfen. Das Besondere ist, dass das Einkaufszentrum die Fassaden von Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert sowie die ursprünglichen Strukturen des Klosters St. Vincent de Paul, des Stern-Hauses und des Clark-Hauses integriert.
Dazu wurde ein einzigartiges Projekt der sogenannten “konservierenden Rekonstruktion” umgesetzt. Historische Gebäude und Fassaden wurden sorgfältig demontiert, katalogisiert und für eine spätere Wiederverwendung eingelagert. Nach dem Bau der modernen Gebäude wurden diese historischen Gebäudeteile wieder zusammengefügt und in die neue Struktur integriert.

Zu dem Komplex gehören auch das luxuriöse Wohnprojekt David’s Village, das David Citadel Hotel und das Alrov Mamilla Hotel. Die Eröffnung der Einkaufsstraße erfolgte in Etappen zwischen 2007 und 2008, nachdem sie durch den Widerstand von Umweltschützern, religiösen Gruppen und bürokratischen Streitigkeiten mehrmals verzögert worden war.
Die ursprüngliche Mamilla-Straße erstreckte sich vom Mamilla-Becken bis zum Jaffa-Tor und war einst ein wohlhabendes Viertel, in dem sowohl arabische als auch jüdische Geschäftsleute tätig waren. Nach den Unruhen von 1947 und dem Krieg von 1948 wurde das Gebiet zum Niemandsland. Erst in den 1970er Jahren begann die Jerusalemer Stadtverwaltung mit der Planung einer umfassenden Neugestaltung des Gebiets.
Und jetzt genug der Worte. Wenn Ihr bereit seid, können wir unseren Spaziergang durch die Mamilla-Einkaufsstraße beginnen. Es geht los:
So, das war unser kurzer Besuch in Jerusalem. Wohin es in der kommenden Woche gehen wird, ist auch mir noch nicht bekannt. Ich bin spontan und lasse mich von mir selbst überraschen.
Wenn man durch die Straßen von Jerusalem spaziert, ist von der momentan angespannten Situation – politisch und was die Sicherheitslage betrifft – eigentlich nichts zu spüren. Vielleicht sollte man das Radio und den Fernseher einfach einmal ausgeschaltet lassen und die Ruhe genießen. Ich sehne mich nach einem ganz normalen Alltag mit den ganz normalen Problemen.
Israel Heute Mitgliedschaft
2 Antworten zu “Die Mamilla-Straße in Jerusalem”
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
Hallo Dov,
danke für den schönen Spaziergang.
Die beiden hohen Häuser im Hintergrund (13:10 min) sind meines Wissens nicht in Har Choma, sondern am Ende vom Stadtteil Arnona – kurz vor Ramat Rachel.
Herzliche Grüße – Jens
Danke Dov für die schöne Führung durch die Mamilla Einkaufsstraße. Es freut mich Israel Stück für Stück besser kennen zu lernen durch deine Videorundführungen und Insidertipps. Danke vielmals und ich bin gespannt auf weitere Videos.