Nach dem Feiertag ist vor dem Feiertag

von Michael Selutin

Rosch Haschanah liegt hinter uns, wir bereiten uns auf Jom Kippur vor

Foto: Nati Shohat/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Unser Neujahr verlief genau wie ich letzte Woche beschrieben hatte. Die Kinder ließen sich nicht dazu überreden unsere leckeren Salate zu essen, während sie ihr Hühnchen widerwillig in sich hineinstopften, um später Schoko-Eis zu bekommen.

Diese Probleme werden wir am Jom Kippur nicht haben, denn fasten können die Kinder sehr gut. Das heißt bei ihnen, sie essen kein „richtiges“ Essen, sondern nur Süßigkeiten. Hunger haben sie schon, nur eben nicht auf Nahrungsmittel mit weniger als 50 % Zuckergehalt.

Am Jom Kippur fasten Kinder natürlich nicht. Wenn sie schon etwas älter werden, etwa ab sieben Jahren, können sie versuchen zu fasten, wenn sie wollen, aber das dauert dann meist nur einige Stunden. Ab der Bar- oder Bat Mitzwa sind Kinder auch verpflichtet zu fasten, was ihnen meist ziemlich schwerfällt. Es ist jedoch sehr gut, ihnen zu zeigen, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist, in dem immer für alles gesorgt ist. Wer einen Tag Entbehrung überleben kann, ist umso glücklicher über die alltäglichen Dinge, wie Essen und Trinken.

Am Jom Kippur essen unsere kleinen Mädchen allerdings kein Fleisch, oder andere Gerichte, die sehr füllend sind, ein bisschen Jom Kippur-Gefühl soll bei ihnen auch aufkommen. Es gibt Sandwiches und Snacks, bis das Fasten beendet ist und wir etwas leckeres zubereiten.

In unserem Thora-Wochenabschnitt „Wajelech“ lesen wir:

„Und Mose ging hin und redete diese Worte zu ganz Israel, und er sprach zu ihnen: Ich bin heute 120 Jahre alt; ich kann nicht mehr aus- und einziehen; auch hat der Herr zu mir gesagt: »Du sollst diesen Jordan nicht überschreiten!“

(5. Mose 31 1-2)

Diese Verse sind die Basis für den jüdischen Geburtstags-Glückwunsch, „Bis 120!“ Mose starb in diesem Alter und 120 gilt seitdem als die Grenze eines Menschenalters. Wenn jemand Geburtstag hat, wünschen wir ihm, er möge so alt wie möglich werden. Allerdings gab es laut Wikipedia eine Frau, Jeanne Calment, aus Frankreich, die 1997 im Alter von 122 Jahren und 164 Tagen starb. Der älteste Mann war hingegen Jiroemon Kimura aus Japan, der nur 116 Jahre alt wurde. Vielleicht gilt die 120-Grenze also nur für Männer und man sollte Frauen nicht auf diese Weise beglückwünschen, denn es könnte sich von einem Segen in einen Fluch verwandeln, der ihr Lebenszeit raubt. Ich muss mal meinen Rabbi fragen. Und jetzt das Wetter.

Im orthodoxen Stadtteil Mea Shearim in Jerusalem bereitet man sich bereits auf das Laubhüttenfest, Sukkot, vor, das nach dem Jom Kippur beginnen wird.

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt mit einem deutlichen Rückgang der Temperaturen, besonders im Landesinneren und in den Bergen.  Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 27 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 36 Grad, Beersheva 31 Grad, Eilat am Roten Meer 37 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist weiter gesunken und liegt jetzt bei – 210,145 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 1,345 Meter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat. Machen Sie es gut.

 

Schabbat Schalom aus Bet Schemesch!

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