Koexistenz – Juden und Araber spielen Backgammon

Zwei Jahre nach dem Mord an Mohammed Abu Chder und den darauffolgenden Unruhen im arabischen Stadtteil Beit Hanina im Norden Jerusalems haben Juden und Araber bewiesen, dass es auch anders gehen kann. Gestern Abend trafen sie sich im Gemeindezentrum von Beit Hanina zu einem gemeinsamen Abend. Juden und Araber spielten Backgammon im Rahmen des Jerusalem Double Turniers.

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Zwei Jahre nach dem Mord an Mohammed Abu Chder und den darauffolgenden Unruhen im arabischen Stadtteil Beit Hanina im Norden Jerusalems haben Juden und Araber bewiesen, dass es auch anders gehen kann. Gestern Abend trafen sie sich im Gemeindezentrum von Beit Hanina zu einem gemeinsamen Abend. Juden und Araber spielten Backgammon im Rahmen des Jerusalem Double Turniers.

Ein nicht alltäglicher Anblick bot sich gestern den Besuchern des Gemeindezentrums von Beit Hanina. Juden und Araber sassen sich an Tischen gegenüber und spielten Backgammon, eine arabische Musikgruppe sorgte derweilen für Unterhaltung. Das Treffen und das Turnier wurde von einer Gruppe junger Jerusalemer organisiert. Begonnen hatten die Treffen mit sogenannten Lieder-Abenden, an denen sich Juden und Araber trafen und gemeinsam Lieder sangen“, erklärte Dror Amadi, einer der Organisatoren des Abends. „Die Musik ist etwas, das Menschen miteinander verbindet. Dann dachten wir, dass Backgammon ein sehr einfaches und beliebtes Spiel ist, und begannen, ein Turnier zu organisieren.“

Mohammed Rif’at, der gemeinsam mit Amadi den Abend organisierte, gründete im Jahr 2004 eine Stiftung, die sich für die Völkerverständigung und ein friedliches Miteinander einsetzt. „Wir versuchen, die Jugendlichen davor zu bewaren, abzurutschen und Dummheiten zu machen,“ erklärte er. “ Wenn die Situation aussichtslos erscheint, ist das sehr gefährlich für die Jugend. Wir wollen diese Kinder retten, ihnen Hoffnung geben, sei es mithilfe der Musik oder Kursen im Bereich des High-Tech. Der heutige Abend, die Fröhlichkeit die hier ist, gibt einem Hoffnung.“

Tavik, ein Besucher des Abends, war zunächst sehr skeptisch. Er war sehr überrascht von der grossen Zahl der Juden, die zum Turnier gekommen waren. „Ich konnte es am Anfang gar nicht glauben, aber hier sind ältere Leute und ganze Familien mit Kindern anwesend und hören gemeinsam arabische Musik. Dass sie hierher kommen, ohne Angst zu haben, das gibt Hoffnung.“

An einem der Tische sassen Munsar und Tamar, die das erste Mal den arabischen Stadtteil besuchte. Und für Munsar war es das erste Mal, dass er gegen eine Frau Backgammon spielte.“Ich bin ganz zufällig mit meinen Töchtern hierhergekommen, es ist ein wunderbarer Abend,“ sagte er. „Es ist das erste Mal, dass ich mit Juden spiele, Veranstaltungen dieser Art verbinden zwischen unseren Völkern“. Tamar sagte, dass sie keine Angst hätte, einen arabischen Stadtteil zu besuchen. „Es ist ein wundervoller Abend, wir werden den Hass nicht siegen lassen“.

Das zweite Turnier der Serie wird in der nächsten Woche auf dem Machane Jehuda Markt im jüdischen Teil Jerusalems abgehalten werden.

Video: Juden und Araber spielen Backgammon

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