Kanaanitischer Tempel entdeckt, der vom biblischem Josua überfallen wurde

Neuer Fund bestätigt die biblische Erzählung und zeigt Ähnlichkeiten mit dem Salomonischen Tempel

von Yossi Aloni |
Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Das Ausgrabungsteam förderte eine Reihe von Artefakten zutage, darunter Bronzekessel, Hathor-inspirierter Schmuck, Dolche und Axtköpfe mit Vogelbildern, Skarabäen, Kultfiguren und die älteste bekannte Radierung des hebräischen Buchstabens „Samech“.

 

Der Buchstabe Samech, 2. Reihe rechts, auf einem Gefäß (Foto: T. Rogovski)

 

„Und der Herr übergab Lachisch in die Hand Israels, das es am zweiten Tag nahm und es mit der Schärfe des Schwertes schlug, und alle Seelen darin…“ (Josua, 10:32)

Das Buch Josua erzählt die Geschichte des Einzugs der alten Israeliten in das verheißene Land nach einem 40-jährigen Aufenthalt in der Wüste. Nun hat ein Team von Archäologen unter der Leitung von Professor Yosef Garfinkel vom Institut für Archäologie der Hebräischen Universität Jerusalem und Professor Michael Hasel von der Southern Adventist University in Tennessee ein Fenster zur kanaanitischen Gesellschaft geöffnet, die das Land in dieser Zeit bewohnte.

 

Ein weiterer Tempel aus dem alten Israel

In einer im letzten Monat in der Levant veröffentlichten Studie enthüllten Garfinkel und seine Mitautoren erstmals umfangreiche Ruinen eines kanaanitischen Tempels aus dem 12. Jahrhundert v. Chr., die sie im Nationalpark Tel Lachish, einer großen Siedlung aus der Bronzezeit in der Nähe der heutigen israelischen Stadt Kiryat Gat, entdeckten.

Lachish war eine der wichtigsten kanaanitischen Städte im Land Israel während des mittleren und späten Bronzezeitalters; seine Bewohner kontrollierten große Teile des jüdäischen Tieflands. Die Stadt wurde um 1800 v. Chr. erbaut und später von den Ägyptern um 1550 v. Chr. zerstört. Sie wurde wieder aufgebaut und zweimal zerstört, wobei sie um 1150 v. Chr. endgültig unterging. Die Siedlung wird sowohl in der Bibel als auch in verschiedenen ägyptischen Quellen erwähnt und war eine der wenigen kanaanitischen Städte, die bis ins 12. Jahrhundert v. Chr. überlebt haben.

„Diese Ausgrabung war atemberaubend“, sagte Garfinkel. „Nur alle 30 oder 40 Jahre haben wir die Gelegenheit, einen kanaanitischen Tempel in Israel auszuheben. Was wir gefunden haben, wirft ein neues Licht auf das antike Leben in der Region. Man kann die Bedeutung dieser Funde kaum überbewerten.“

Der Aufbau des Tempels ist ähnlich wie bei anderen kanaanitischen Tempeln im Norden Israels, darunter Nablus, Megiddo und Hazor. Die Vorderseite des Geländes ist durch zwei Säulen und zwei Türme gekennzeichnet, die zu einer großen Halle führen. Das innere Heiligtum hat vier tragende Säulen und mehrere unbehauene „stehende Steine“, die als Darstellungen von Tempelgöttern gedient haben könnten. Der Lachisch-Tempel ist eher quadratisch und hat mehrere Seitenräume, die typisch für spätere Tempel sind, inklusive des Salomon-Tempels.

 

Cherubim in einem Allerheiligsten wie dem Salomonischen Tempel

Zusätzlich zu diesen archäologischen Ruinen fand das Team eine Reihe von Artefakten, darunter Bronzekessel, von Hathor inspirierte Schmuckstücke, Dolche und Axtköpfe mit Vogelbildern, Skarabäen und eine vergoldete Flasche mit der Inschrift Ramses II, einer der mächtigsten Pharaonen Ägyptens. In der Nähe des Allerheiligsten des Tempels fand das Team zwei Bronzefiguren. Im Gegensatz zu den geflügelten Cherubim im Salomonischen Tempel waren die Lachischen Figuren bewaffnete „Peinigungsgötter“.

Von besonderem Interesse war eine mit alter kanaanitischer Schrift gravierte Keramikscherbe. Dort erscheint der Buchstabe „samech“, gekennzeichnet durch eine längliche vertikale Linie, die von drei senkrechten kürzeren Linien gekreuzt wird. Damit ist es das älteste bekannte Exemplar des Buchstabens und ein einzigartiges Exemplar für das Studium antiker Alphabete.

 Nur die Zeit wird zeigen, welche Schätze in der antiken Stadt Lachish noch aufgedeckt werden können.

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