Jericho: Party bringt Christen und Muslime an den Rand eines “Bürgerkrieges”

In den Palästinensergebieten gelten moslemische Gesetze auch für Christen

Jericho: Party bringt Christen und Muslime an den Rand eines “Bürgerkrieges”
Illustration - Zuzana Janku/Flash90

Es ist nichts Neues, dass in der palästinensischen arabischen Gesellschaft permanent muslimisch-christliche Spannungen unter der Oberfläche schwelen. Das Gleiche gilt für den größten Teil des arabischen Nahen Ostens. Gelegentlich (manche würden sagen: häufig) kochen diese Spannungen über. Es droht ein Ausbruch von sektiererischer Gewalt.

Das war am Sonntag der Fall, als eine Gruppe junger palästinensischer Araber, die meisten von ihnen nach weit verbreiteten Behauptungen Christen, eine Tanzparty an einer islamischen heiligen Stätte in der Nähe von Jericho veranstalteten.

 

Was war passiert?

Eine relativ große Gruppe junger Araber aus Jerusalem, Bethlehem und Ramallah hatte eine Tanzparty auf dem Gelände der Nabi Musa Moschee veranstaltet. In sozialen Medien kursierten Videoclips der Teilnehmer, die Alkohol tranken und mit dem anderen Geschlecht tanzten – beides ist im Islam streng verboten.

Nachdem ein Trupp aufgebrachter palästinensischer Muslime Wind von der Veranstaltung bekommen hatte, stürmten diese die Party und vertrieben die Partygäste gewaltsam aus dem Gebäude.

Muslime glauben, dass der Nabi Musa-Komplex der Ort ist, an dem Mose (Musa) begraben wurde. Juden und Christen halten sich dagegen natürlich an den biblischen Bericht, dass Moses Grab auf der anderen Seite des Jordans liegt und dass sein genauer Bestattungsort keinem Menschen bekannt ist (siehe 5.Mose 34,6). Der Islam verehrt Mose als einen Propheten, auch wenn moderne muslimische Erzählungen die historische Anwesenheit Israels und der Juden in diesem Land leugnen.

 

Wussten Sie das?

Muslime glauben, dass der Nabi Musa-Komplex der Ort ist, an dem Moses begraben wurde. Juden und Christen akzeptieren natürlich den biblischen Bericht, dass Moses’ Grab auf der anderen Seite des Jordans liegt und dass sein genauer Begräbnisort keinem Menschen bekannt ist (siehe 5 Mose 34:6). Der Islam verehrt Moses als einen Propheten, auch wenn moderne muslimische Erzählungen die historische Präsenz Israels und der Juden in diesem Land leugnen.

 

Wie waren die Reaktionen?

Der Vorfall hat einen Sturm der Entrüstung in den palästinensischen sozialen Medien ausgelöst.

    • Die meisten sind wütend auf die Palästinensische Autonomiebehörde, weil sie die Veranstaltung angeblich erlaubt hat. Die Partygänger behaupteten, sie hätten die Erlaubnis des palästinensischen Tourismusministeriums gehabt, und die Veranstaltung schien eine große, gut organisierte Angelegenheit zu sein, bei der Ramallahs Top-DJ auflegte (der inzwischen verhaftet wurde).

  • Einige beschimpfen nun die jungen Palästinenser, sie hätten das “Verhalten der Zionisten” angenommen, und verweisen auf die Vorliebe junger Israelis für eine gute Party.
  • Andere behaupteten, dass Juden mit Sicherheit beteiligt waren, und sogar, dass es keine Araber, sondern nur Israelis bei der Veranstaltung gegeben habe.

Am besorgniserregendsten ist jedoch die Flut von wütenden Reaktionen von Muslimen, die die Christen vor Ort beschuldigen, eine heilige Stätte des Islams entweiht zu haben.

 

Warum das wichtig ist

Christen werden in den letzten Jahren in der gesamten Region zunehmend von Islamisten angegriffen. Und obwohl in den palästinensisch kontrollierten Gebieten christliche Gemeinden nicht vollständig ausgelöscht worden sind, wie es in Syrien oder im Irak der Fall ist, gibt es doch eine zunehmende Misshandlung palästinensischer Christen, über die wir hier bei Israel Heute regelmäßig berichten.

Wie in anderen Teilen des Nahen Ostens, gibt es diejenigen, die nur auf den richtigen Vorwand warten, um einen vollständigen Dschihad gegen die lokale christliche Bevölkerung zu führen. Und einen Vorwand, etwa wie die Schändung einer heiligen Stätte des Islam.

“Die Christen feiern in der Nabi-Musa-Moschee!”, hört man im obigen Video einen aus dem Mob schreien, der kam, um die Partygänger zu vertreiben.

Der Tazpit Press Service (TPS) zitiert den palästinensischen Journalisten Alaa Rimawi, der den Vorfall als “ekelhaft und beschämend” bezeichnete. Die Mobilisierung einiger mutmaßlicher Christen und wer auch immer hinter dem Vorfall steckt, wolle einen Bürgerkrieg entfachen, hieß es. Ein Christ aus Jerusalem namens Elias berichtete gegenüber TPS gar, dass nach der Party nun “die Muslime dazu aufrufen, die Christen und ihre Häuser zu verbrennen.”

 

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