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Israels Präsident Herzog reist nach London – Zeichen der Solidarität in Zeiten zunehmenden Judenhasses

Trotz politischer Spannungen und heftiger Proteste steht Herzogs Besuch im Zeichen der Unterstützung britischer Juden und globaler diplomatischer Bemühungen.

Der israelische Präsident Isaac Herzog am „Geiselplatz“ in Tel Aviv am 17. August 2025. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90 *** Local Caption *** יצחק הרצוג מבקר מלחמה חטופים תל אביב חרבות ברזל מלחמה

Der israelische Präsident Isaac Herzog tritt am Dienstag, dem 9. September 2025, seine offizielle Reise nach London an. Brisant: Der Besuch erfolgt auf Einladung der jüdischen Gemeinschaft – inmitten eines besorgniserregenden Anstiegs antisemitischer Vorfälle im Vereinigten Königreich. Herzog will an einer Konferenz teilnehmen, die Solidarität mit britischen Juden zum Ausdruck bringt, und eine Reihe diplomatischer Gespräche führen – unter anderem mit Journalisten, Meinungsmachern und Parlamentariern. Ein Treffen mit Premierminister Keir Starmer oder hochrangigen Regierungsvertretern wurde bislang nicht bestätigt.

Im gleichen Zeitraum ist Mahmud Abbas, Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, zu einem dreitägigen Besuch in London eingetroffen – ebenfalls auf Einladung der britischen Regierungsseite. Abbas‘ Gespräche mit Starmer zielen auf die Vorbereitung eines möglichen britischen Anerkenntnisses eines palästinensischen Staates auf der bevorstehenden UN-Generalversammlung ab.

Gleichzeitig wächst der öffentliche Druck: Mehrere Abgeordnete der Labour-Partei – darunter Sarah Champion, Vorsitzende des International Development Select Committee, und John McDonnell – fordern, Herzog sollte nicht offiziell empfangen werden. Sie verweisen auf die eskalierende Gewalt in Gaza und warnen, ein Treffen sende ein falsches Signal angesichts der humanitären Krise. Eine ehemalige Labour-Abgeordnete ging sogar so weit zu erklären:

„Herzog sollte wegen Kriegsverbrechen sofort verhaftet werden, sobald er britischen Boden betritt.“

Andere Stimmen wie Emily Thornberry, Vorsitzende des Foreign Affairs Committee, plädieren hingegen für Dialog – immerhin sei Herzog im Vergleich zu Premierminister Netanyahu ein weniger umstrittener Gesprächspartner.

Ein Artikel in The Times bewertet die Aufforderungen, Herzog zu ignorieren, als politische Geste ohne geopolitische Substanz. Er betont, Diplomatie gerade in Krisenzeiten sei essenziell und warnt vor symbolischen Offensiven, die langfristig Beziehungen unterminieren könnten.

Darüber hinaus zeigt sich eine weitreichendere britische Reaktion auf den Gaza-Konflikt: Wie die Nachrichtenagentur AP berichtete, verweigerte die Regierung israelischen Regierungsvertretern eine Einladung zur Rüstungsmesse DSEI 2025 in London – eine symbolische Geste angesichts der eskalierenden Gewalt.

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Patrick Callahan

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