Israel befindet sich seit dem 7. Oktober in einem existenziellen Verteidigungskrieg – gegen die Hamas, gegen die vom Iran geführte Terrorachse und gegen eine Ideologie, die die Vernichtung des jüdischen Staates nicht verschleiert, sondern offen propagiert. Und dennoch zwingt ein jüngster Sicherheitsbericht zu einer unbequemen Selbstprüfung: Im Januar 2026 wurden mehr Palästinenser durch jüdische Gewalttaten verletzt als umgekehrt. Diese Zahl darf weder relativiert noch instrumentalisiert werden.
Der deutliche Rückgang palästinensischer Anschläge ist kein Zufall und kein Stimmungswandel, sondern das Ergebnis intensiver, täglicher Sicherheitsoperationen von Armee und Geheimdiensten. Ohne diese permanente Präsenz sähe die Lage in Judäa und Samaria grundlegend anders aus. Gleichzeitig wächst jedoch ein inneres Problem, das Israel sich nicht leisten kann zu ignorieren: eine kleine, radikalisierte Minderheit junger Israelis, die aus religiösem Überschwang oder nationalistischem Eifer heraus zur Gewalt greift. Sie handeln nicht im Auftrag des Staates, aber sie beschädigen seine moralische Autorität und strategische Position.
Gerade in einem Krieg um Legitimität darf Israel die innere Rechtsordnung nicht preisgeben. Wer die Sicherheit des Landes...
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